22.03.2018

Kommunale "elektromobile" Erfahrungen weitergeben: Verbandsgemeinden Freinsheim und Monsheim informieren sich in Grünstadt

"Ich stelle Ihnen die Elektromobilität auf Arbeitsebene vor", begrüßte Klimaschutzmanager Pascal Stocké die Gäste aus den benachbarten Verbandsgemeinden. Er hat für seine VG Grünstadt-Land (seit Januar 2018 aufgegangen in der VG Leiningerland) seit Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 2014 die Umstellung eines Teils des kommunalen Fuhrparks vorbereitet und umgesetzt. Die Erfahrungen und das erarbeitete Know-how weiterzugeben, was in der Praxis zu beachten ist, ist der Kern des Projekts Öffnet internen Link im aktuellen FensterKommunalelektrisch - von Wirtschaftlichkeitsberechnungen über das Fuhrparkmanagement, Ladeinfrastruktur bis hin zu der Frage, wie man den Mitarbeitern einer Kommune die Nutzung eines Elektroautos nahebringt.

Das Patenprogramm Öffnet internen Link im aktuellen FensterÖffnet internen Link im aktuellen FensterKommunalelektrisch hat die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit Kommunen entwickelt, die bereits Elektrofahrzeuge bei sich im Einsatz haben. "Neulingen" in anderen Kommunen soll damit der Weg zur Umstellung erleichtert werden.

Am Anfang steht die Fuhrpark-Analyse

Über eine Analyse der Auslastung des kommunalen Fuhrparks sei er die Thematik systematisch angegangen, berichtet Pascal Stocké. Welche und wie viele Fahrzeuge existieren und welche Entfernungen werden zurückgelegt? "Ein Fuhrparkmanagement einzurichten, wenn man noch keines hat, ist sehr sinnvoll", so Stocké. Und das nicht nur für die Elektroautos oder im Zuge der Anschaffung von Elektroautos. "Durch ein Fuhrparkmanagement sind 30 Prozent oder sogar noch mehr als das an Autos einzusparen", rechnet er vor.

Kosten und Nutzen von E-Fahrzeugen in Kommunen

Über genaue Vergleiche der Kosten für einen im Fuhrpark vorhandenen Kleinwagen mit einem potenziellen E-Fahrzeug habe er zunächst transparent aufbereitet, wieviel ein E-Auto die Kommune mehr oder weniger kostet. "Die rein monetären Kosten lagen für ein E-Auto nur unwesentlich über den Kosten für ein Dieselfahrzeug." In der VG Grünstadt-Land sei damals entschieden worden, dass diese Investition auch wegen der Vorreiterrolle und für das Image sehr sinnvoll sei.

Ladeinfrastruktur und "Reichweiten-Problem"

Die VG Leiningerland hat inzwischen eine 22 Kilowatt-Wallbox als "Stromtankstelle" in der Garage des E-Fahrzeugs installiert, die ihren Strom bei Sonnenschein vom Garagendach, auf dem PV-Module aufgeständert sind, erhält. "Welche Lademöglichkeit am sinnvollsten ist, hängt aber auch davon ab, für welches Automodell Sie sich entscheiden", erklärt der Klimaschutzmanager anhand einer Übersicht der verfügbaren E-Autos. Das müsse genau geprüft werden. "Im Nachhinein und aus den jetzigen Erfahrungen hätte bei uns auch eine 11 kW-Wallbox gereicht", berichtet er.

Zu der Frage nach den geringeren Reichweiten sagt Pascal Stocké: "Die Entfernungen, die unsere Mitarbeiter zurücklegen, sind fast immer gut zu bewältigen, ohne irgendwo zwischendurch tanken zu müssen." Es würden selten Strecken über 100 km gefahren. Er selbst sei der einzige Mitarbeiter aus seiner Kommune, der seit der Anschaffung des Renault Zoé im August 2016 - momentan noch des einzigen E-Autos im Fuhrpark - einmal auswärts habe laden müssen. "Die selbst erzeugte Kilowattstunde Strom kostet uns um die 10 Cent - aber das Tanken ist auch mit normalem Haushaltsstrom deutlich günstiger als bei Benzinern oder Dieselautos."

Weitere Fragen zu Fördermöglichkeiten, Batterien und Reichweiten verschiedener E-Fahrzeuge der kommunalen Vertreter aus Freinsheim und Monsheim wurden in der Diskussion geklärt, bevor es an die Probefahrten mit dem Renault Zoé ging. "Wir haben ein E-Auto im Haushalt stehen", so der Bürgermeister der VG Freinsheim. "Und jetzt schauen wir, wie wir das am Besten umsetzen." Vielleicht könne man auch bei der Anschaffung der Autos mit der VG Leiningerland, die zwei weitere Fahrzeuge anschaffen wird, kooperieren.

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