13.04.2016

Erfolgreiches Energie- und Klimaschutzmanagement mit dena-EKM

Teilnehmer des dena-EKM Workshops in Jockgrim

Ein Jahr nach dem Start des Pilotprojekts „Energie- und Klimaschutzmanagement für Kommunen“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Deutschen Energieagentur (dena) ziehen die Verantwortlichen nach acht von zwölf geplanten Veranstaltungen in ganz Rheinland-Pfalz eine positive Zwischenbilanz: 14 Kommunen, darunter Städte, Verbands- und Ortsgemeinden, nutzen bereits aktiv die Instrumente und Angebote. Die Veranstaltungsreihe der dena und der Energieagentur Rheinland-Pfalz läuft noch bis Ende 2016.

Inzwischen können eine Reihe der am Projekt beteiligten Kommunen bereits konkrete Ergebnisse vorweisen: So haben zwischenzeitlich nahezu alle Kommunen Leitbilder für den Klimaschutz formuliert oder neu gefasst, darunter die Ortsgemeinde Enkenbach-Alsenborn und die Verbandsgemeinde Otterberg-Otterbach. Auf Grundlage der Leitbilder werden die Kommunen ihre Energie- und Klimaschutzaktivitäten im kommunalen Verwaltungsablauf verankern und nachvollziehbar dokumentieren können.

Das Leibniz-Gymnasium der Stadt Pirmasens konnte durch Anwendung der von der dena angebotenen Instrumente mit einem Materialeinsatz von 13.000 Euro seine Heizkosten pro Jahr um 6.500 Euro senken. Insgesamt will die Stadt die Energieverbrauchskosten der städtischen Liegenschaften von derzeit 1,3 Millionen Euro um 600.000 Euro jährlich senken. Dazu wird ein Gebäudemanagement aufgebaut, um die Verbrauchsentwicklung zu dokumentieren, zu bewerten und zu kontrollieren. Der zuständige Bau- und Finanzdezernent Michael Schieler erklärt dazu: „Die Sanierung eines öffentlichen Gebäudes, wie etwa die eines Schulgebäudes, muss immer ganzheitlich und im Kontext betrachtet werden. Es handelt sich um ein Puzzle, bei dem viele Einzelteile, wie z.B. die Entwicklung der Schülerzahlen, mögliche pädagogische Konzepte, der bauliche Brandschutz, Energieeinsparungen und letztendlich auch die finanziellen Möglichkeiten eng miteinander verzahnt und passend aufeinander abgestimmt werden müssen. Nur so ist es möglich, die Betriebskosten nachhaltig zu senken und einen entscheidenden Beitrag für den Klimaschutz zu erreichen“.

Neun Kommunen haben die Verbrauchsdaten ihrer Liegenschaften erfasst und setzen sich mit den gewonnenen Erkenntnissen auseinander. Außerdem haben einige Kommunen, darunter die Verbandsgemeinde Wörrstadt, gute Chancen, noch im Jahr 2016 zur „Energieeffizienz-Kommune“ durch die dena zertifiziert zu werden. Bei weiteren Kommunen steht die Zertifizierung im Jahr 2017 an.

Die Verbandsgemeinde Jockgrim hat bereits zu Projektbeginn die Stelle eines Energiemanagers geschaffen sowie als erster Teilnehmer ihren Energiebericht veröffentlicht. Möglich machen die Erfolge die kostenlos angebotenen Tools der dena und der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Sie unterstützen damit die Kommunen bei der Umsetzung ihres eigenen Klimaschutzmanagements.

„Die in Musterkommunen erprobten Tools sind sehr praxisnah und haben der Einführung des Klimaschutzmanagements in der Verbandsgemeindeverwaltung Jockgrim von Beginn an eine klare, ergebnisorientierte Struktur und Richtschnur gegeben“, so der Leiter der Zentralabteilung, Thomas Merz. „Mit der begleitenden fachlichen Unterstützung der dena und der Energieagentur Rheinland-Pfalz waren Zwischenergebnisse so schon in kurzen Zeiträumen erzielbar.“

Aufgrund der positiven Zwischenbilanz und des Zuspruchs der beteiligten Kommunen weitet die Energieagentur Rheinland-Pfalz ihr Angebot aus: So wird die Landesenergieagentur in einigen Regionen gemeinsame Netzwerke mit unterschiedlichen Partnern anbieten, z.B. mit der Energieversorgung Mittelrhein GmbH (EVM) in der Region Westerwald oder mit der Zetis GmbH in der Region Westpfalz. In diesen Netzwerken sollen weitere Kommunen in Rheinland-Pfalz von den Erfahrungen aus dem Pilotprojekt mit der dena profitieren und beim Aufbau eines Kommunalen Energiemanagements begleitet werden.

Hintergrund:

Ein kommunales Energiemanagement hat zum Ziel, eine systematische Erfassung und Kontrolle der Energieverbräuche in den Kommunen zu ermöglichen. Diese Daten dienen dazu, Einsparmöglichkeiten und die ineffiziente Nutzung von Energie zu erkennen und daraus entsprechende Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Erfahrungen zeigen, dass allein durch eine regelmäßige Kontrolle der Verbräuche kommunaler Liegenschaften Einsparungen von fünf bis zehn Prozent erzielt werden können, da Fehler früher erkannt oder hohe Verbräuche hinterfragt werden.

Weitere Informationen zum Energie- und Klimaschutzmanagement „dena-EKM