15.11.2016

Energiekarawanen Insheim und Kirchheim abgeschlossen

Im September und Oktober zogen zwei „Energiekarawanen“ mit dem Angebot kostenloser Energieberatungen durch die Ortsgemeinden Insheim (Kreis Südliche Weinstraße) und Kirchheim (Kreis Bad Dürkheim). In Insheim griffen 18 Hausbesitzer das Angebot auf, in Kirchheim 13. Die Quote der Beratungen liegt damit jeweils bei knapp zwei Prozent und entspricht dem Landesdurchschnitt.

„Die interessierten Hauseigentümer in Insheim zeigten sich gegenüber energetischen Maßnahmen sehr aufgeschlossen und waren auch der Nahwärme gegenüber sehr positiv eingestellt“, berichtet Andrea Klein, die von der Energieagentur Rheinland-Pfalz für die Energiekarawane Insheim beauftragte Energieberaterin. Die Energiekarawane fiel zusammen mit der Eruierung der Ortsgemeinde, ob die Zahl der Interessenten für den Anschluss an ein projektiertes Nahwärmenetz groß genug ist, um dieses Projekt weiter zu verfolgen.

Die Energieberaterin zeigte zum einen kostengünstige Maßnahmen zur Energieeinsparung in den Häusern auf, wie etwa den Austausch der Thermostatventile und einem damit einhergehenden hydraulischen Abgleich, da alleine durch falsch eingestellte Heizungsanlagen viel Energie ungenutzt verloren geht. Auch die Dämmung der obersten Geschossdecke als eine einfache Maßnahme, um Wärmeverluste zu vermeiden, war in einigen Fällen noch nicht durchgeführt worden und somit ein Vorschlag zur Einsparung. Vielfach seien noch herkömmliche Glühbirnen verwendet worden – der Austausch durch LED-Leuchtmittel schlägt sich direkt in erheblichen Stromeinsparungen nieder, der bereits nach einem Jahr die Investition in die LED-Lampen wieder einspart. Weitere Themen der Energieberatung waren in Insheim der Einbau einer Tür zur Abtrennung des unbeheizten Kellers von dem beheizten, offenen Treppenhaus, der Austausch einer Haustür bzw. Nebeneingangstür und der Einbau neuer Fenster, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) förderfähig ist.

„Weniger gut angekommen sind Vorschläge zur Außenwanddämmung“, so Energieberaterin Klein. „Hier befürchten die Hausbesitzer, denen ich das empfohlen habe, hohe Kosten und Aufwand oder auch eine negative Veränderung ihrer Hausfassade.“

Maßnahmen in neuen und sehr alten Einfamilienhäusern in Kirchheim

In Kirchheim und Umgebung war der Grünstadter Energieberater Jens Michel mit den Energiekarawane-Beratungen betraut worden.  „Die Häuser, die ich angesehen habe, waren entweder ziemlich neu oder sehr alt“, berichtet er. Aber auch in den Häusern jüngeren Datums habe er viele einfache Dinge zum Energiesparen anregen können. So sei zum Beispiel die Umwälzpumpe in einigen Fällen auf den höchsten Stufen gelaufen. „Das ist fast nie notwendig – und mit einem Handgriff, nämlich dem Herunterstellen auf eine niedrigere Stufe, spart man enorm viel Strom ein“, so der Fachmann.

In einem der sehr alten Häuser habe es noch einfach verglaste Fenster aus dem Jahr 1937 gegeben. „Diese will der über 80-jährige Hausbesitzer auch nicht direkt erneuern, aber er möchte zum Beispiel den Vorschlag, seine oberste Geschossdecke im Dachboden zu dämmen, direkt aufgreifen.“

Insgesamt ca. 500 „Karawanen“-Energieberatungen 2016 in Rheinland-Pfalz

In ganz Rheinland-Pfalz hat die Energieagentur über das Jahr 2016 hinweg 15 Energiekarawanen in unterschiedlichen Gemeinden initiiert und umgesetzt. „Bis zum Jahresende werden wir in etwa 500 Haushalten Energieberatungen durchgeführt haben“, so Marco Weiler, Projektkoordinator bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Etwa ein Jahr nach den jeweiligen Beratungen ist eine Evaluierung geplant, in der abgefragt wird, welche der von den Energieberatern vorgeschlagenen Energiespar-Maßnahmen die Hauseigentümer tatsächlich umgesetzt haben.