18.12.2015

Beirat des Energieagentur-Regionalbüros: „Energieagentur wichtiger Multiplikator und Unterstützer moderner Konzepte hier vor Ort“

Wie kann man konkret die „Wärmewende“ vorantreiben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der fachlichen Diskussion bei der Beiratssitzung des Regionalbüros Mittelhaardt & Südpfalz der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Die öffentliche Wahrnehmung der Energiewende beschränkt sich oft auf den Stromsektor. Rund die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfällt auf den Wärmesektor. Dabei wird der größte Teil der Wärme nach wie vor aus der Verbrennung fossiler Energieträger – Kohle, Öl und Gas – gedeckt. „Es bestehen gewaltige Einsparpotenziale in diesem Bereich. Und mit innovativen Konzepten kann eine Erhöhung des Einsatzes erneuerbarer Energien auch im Wärmesektor erreicht werden - mit positiven Effekten für die Umwelt und die lokale Wertschöpfung“, leitete Isa Scholtissek, Energieagentur-Regionalreferentin Mittelhaardt & Südpfalz, ein. Mit kommunalen Entscheidern die besten Varianten für spezifische Vorhaben zu finden, etwa die zukunftsfähige Wärmeinfrastruktur eines Neubaugebietes, ist eine wichtige Funktion der Energieagentur.

Ein aktuelles Beispiel für die Zusammenarbeit einer Kommune mit der Energieagentur stellte Michael Jakob, Fachreferent der Energieagentur, dem Beirat vor: Mit Unterstützung der Energieagentur entschied sich die Stadt Schifferstadt (Rhein-Pfalz-Kreis) für ein sogenanntes „kaltes Nahwärmenetz“ in einem Neubaugebiet. Neben der Nutzung der Erdwärme aus ca. 100 Metern Tiefe (sog. oberflächennaher Geothermie) zur Wärmeerzeugung macht man sich die Bodentemperatur auch für die Kühlung von Häusern im Sommer zunutze. „Die Temperatur des Bodens von konstant 12 bis 14 Grad Celsius wird so nicht nur in der Heizperiode genutzt und die Wärme daraus gezogen, sondern kann auch sinnvoll zur Kühlung eingesetzt werden. Die Anwendung dieser Technologie im Rahmen eines Nahwärmenetzes reduziert die Kosten gegenüber Einzellösungen erheblich und bietet sich aufgrund der hohen energetischen Anforderungen vor allem in Neubaugebieten an. Zusätzlichen Mehrwert bietet  ein wohltuendes Raumklima durch die damit verbundene Art der Kühlung im Sommer, der eine immer größere Bedeutung in Niedrigenergie- bzw. Passivhäusern zukommt“, berichtete Michael Jakob

Auch in Insheim unterstützt die Energieagentur die Gemeinde aktuell bei der Planung eines innovativen Nahwärmesystems, das aus der Abwärme des Geothermiekraftwerks gespeist werden soll.

Nach der intensiven Diskussion, die unter den 20 Teilnehmern der Sitzung folgte, betonte Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld, Vorsitzender des Beirats, die Wichtigkeit des Austauschs in diesem Gremium. „Wir alle wollen und müssen die Energiewende umsetzen, und das parteiübergreifend. Die Energieagentur setzt in der Region wichtige Impulse für die Energiewende vor Ort, und auch heute haben wir wieder interessante Ansätze vorgestellt bekommen, welche Beiträge die Kommunen leisten können.“

Die nächste Sitzung des Beirats ist für Mai 2016 anberaumt. Das Thema „Solarstrom“ wird im Mittelpunkt des fachlichen Teils stehen. „Wir planen im Landkreis Bad Dürkheim weitere Photovoltaik-Anlagen auf Deponieflächen“, so Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld. „Für uns ist das als Alternative zu Windstrom eine wichtige Baustelle.“

Regionale Termine 2016:

26.04.2016: Ressourceneffizienz-Unternehmer-Frühstück Landkreis Bad Dürkheim, Bad Dürkheimer Haus;

Juni 2016: Pfälzer Tag der Elektromobilität und erneuerbare Energien, Salierhalle/Wurstmarkplatz Bad Dürkheim.