29.11.2016

Bauern- und Winzerverband Neustadt mit Themenabend: Energie effizient einsetzen im Weinbau

Wie kann ich Energieverbräuche signifikant senken und damit Kosten einsparen? Und wie gehe ich Maßnahmen zu höherer Effizienz am besten an? Auf Einladung des Ortsverbandes Lachen-Speyerdorf des Bauern- und Winzerverbandes stellten Bernhard Degünther vom DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück und Irina Kollert von der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH bei einem Themenabend Möglichkeiten speziell für Weingüter vor. „Wir Neustädter leben in einer Komfortzone und verschließen die Augen davor, dass die Natur uns die Infrastruktur wegfrisst, wenn wir nicht vorsichtig mit unseren Ressourcen umgehen“, so der Vorsitzende des Bauern- und Winzerverbandes Lachen-Speyerdorf, Volker Lichti. „Deshalb ist das Thema Energieeinsparung und Energieeffizienz gerade für uns Landwirte so wichtig.“ Aber klar sei auch: „Keine Ökologie ohne Ökonomie!“ – aber das Schöne sei, dass beides gut zusammenpasse, man müsse sich nur informieren.

Möglichkeiten: Verhaltensänderungen und Technologieänderungen

An zwei „Schrauben“ lässt sich „drehen“, wenn es um die Senkung der Energieverbräuche geht, erläuterte Fachmann Bernhard Degünther, selber Winzer und kellerwirtschaftlicher Berater, bei dem Themenabend. Zum einen sind dies Verhaltensänderungen, zum anderen die Anpassung oder Umstellung der eingesetzten Technologie. Hauptenergieträger in der Kellerwirtschaft ist der Strom, und insbesondere bei Kühlprozessen in Gärtank- und Flaschenlager fallen hohe Verbräuche an. Hier gelte es, genau hinzuschauen und Prozesse auf den Prüfstand zu stellen: „Oft werden zum Beispiel Kühlwasservorlauftemperaturen so niedrig eingestellt, wie es gar nicht erforderlich wäre – und bei 5 Grad Vorlauftemperatur verbraucht man 24 Prozent mehr Strom als bei 10 Grad Celsius“, zeigte Degünther auf. Als weitere Möglichkeit, im Bereich Kühlung innovative Lösungen anzugehen, stellte Degünther ein Kühlturmkonzept mit Wärmerückgewinnung vor. „Das Thema Energieeffizienz dient wunderbar dazu, einmal die Betriebsabläufe zu hinterfragen. Da davon auszugehen ist, dass die derzeit sehr niedrigen Energiepreise wieder steigen werden, ist das auch betriebswirtschaftlich höchst sinnvoll.“

Weiterhin liegen – wie in allen Unternehmen und auch Haushalten – große Einsparpotenziale im Beleuchtungsbereich. „Jeder kann sich ausrechnen, wie viele Stunden im Jahr in etwa in seinen Gebäuden die Beleuchtung brennt. Die Umrüstung auf LED-Beleuchtung macht sich durch die Stromeinsparung von bis zu 80 Prozent innerhalb kurzer Zeit bezahlt.“

Landes- und Bundeszuschüsse für Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen in Betrieben

Investitionen in Energieeffizienzmaßnahmen unterstützen unterschiedliche Kreditinstitute durch günstige Darlehen oder durch Tilgungszuschüsse. „Welche Unterstützung man am besten in Anspruch nimmt, hängt immer von den jeweiligen Vorhaben ab“, erläuterte Irina Kollert von der Energieagentur Rheinland-Pfalz. „Man muss wissen, dass es diese Möglichkeiten gibt, und wie der aktuelle Stand der Förderbedingungen ist, denn hier gibt es häufig Änderungen. Bei Fragen dazu unterstützen wir als Energieagentur gerne.“

 „Wir als Bauern- und Winzerverband sehen es als essentiell an, dass wir mehr Anstrengungen für unsere Natur und unser Klima unternehmen“, so Volker Lichti,„Ich hoffe, dass wir viele Bürger zur Mitarbeit an Energieeffizienznahmen/Klimaschutzmaßnahmen bewegen können – denn das Thema geht uns alle an und stärkt so auch die Wirtschaftlichkeit unserer Unternehmen.“