Qualitätsstandards bei der energetischen Sanierung – Beispiele und Erfahrungen

Wie wirkt sich die energetische Sanierung nun wirklich auf den Energieverbrauch meines Gebäudes aus? Werden tatsächlich die prognostizierten Einsparungen erzielt? Was tun, um eine mangelhafte Bauausführung oder bereits Fehler bei der Planung zu vermeiden?

Qualitätssicherung nimmt an Bedeutung zu

Das Thema Qualitätssicherung tritt bei der energetischen Sanierung von Gebäuden zunehmend in den Vordergrund, nicht nur bei den Beratern und Planern, sondern auch bei den Bauherren. Zu der Veranstaltungsreihe „Dialog Gebäudeenergieeffizienz“ lud die Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH gemeinsam mit Ihren Kooperationspartnern alle am Bau Beteiligten, vom Energieberater und Planer bis hin zum ausführenden Gewerk, zum Workshop in Kaiserslautern ein. Unter dem Titel „Qualitätsstandards bei der energetischen Sanierung – Beispiele und Erfahrungen“ wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet.

Beispiele aus Baunetzwerken in Stuttgart und Ortenau

Ulrich König, Geschäftsführer des Energieberatungszentrums Stuttgart e.V., stellte die Erfahrungen mit dem bewährten „Stuttgarter Sanierungsstandard“ vor: Alle Mitglieder des Baunetzwerks arbeiten mit dem Ziel, qualitativ hochwertige, energieeffiziente und langlebige Immobilien mit hohem Wohnkomfort und in optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis umzusetzen.
Ergänzend gab es von der Ortenauer Energieagentur Ausführungen zum „Ortenauer Baunetzwerk“ als Instrument zur regionalen Wertschöpfung und Qualitätssicherung. Welche Vorteile sich aus dem Zusammenschluss der Partnerbetriebe und für den eigenen Betrieb durch die Mitgliedschaft im Netzwerk bieten, stellte Alexander Weschle aus dem badischen Friesenheim dar.

Broschürenreihe der Verbraucherzentrale zum Thema

Die Notwendigkeit von Qualitätsstandards unterstrich Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz e.V. mit seiner Vorstellung der eigens produzierten Broschürenreihe, die Bauherren grundlegende Empfehlungen zur fachgerechten Ausführung von Effizienzmaßnahmen an einzelnen Bauteilen vermittelt. Bisher erschienen im Rahmen der Reihe die Broschüren "Wärmedämmung mit Qualität" und "Das Wärmeverbundsystem"

Bei aller Begeisterung für Dämmmaßnahmen appellierte Ernst Wolfgang Eichler als Vertreter der Architektenkammer Rheinland-Pfalz an eine gesamtheitliche Betrachtung des Gebäudes und dessen Baukultur bzw. Kontext. Manchmal, so Eichler, seien auch alternative Effizienzmaßnahmen möglich als z.B. ein Wärmedämmverbundsystem auf einer Natursteinfassade anzubringen. Er empfiehlt, in jedem Falle einen Architekten und/oder Berater hinzuzuziehen, der auf die fachgerechte Ausführung auf der Baustelle achtet.    

„Regionales Baunetzwerk hilfreich für Qualitätsstandards“

Die Erfahrungsberichte der Referenten machten deutlich, dass Qualitätsstandards für alle Beteiligten von Vorteil sind. Außerdem ist es wichtig, dass alle Baubeteiligten auf Augenhöhe agieren und das gleiche Ziel verfolgen. Hierfür kann ein regionales Baunetzwerk hilfreich sein, war der einstimmige Konsens der Veranstaltung. Das Bauhandwerk müsse wieder zu einem besseren Image gelangen, so Gerrit Horn, Architekt, Zimmermannmeister und Vertreter der Kreishandwerkerschaft, dann gebe es auch wieder kompetente und motivierte Nachwuchskräfte auf dem Markt. Aufgrund der derzeit vollen Auftragsbücher haben die Betriebe wenige Kapazitäten für Weiterbildungen und Engagement in Baunetzwerken, obwohl diese sicherlich ein Aushängeschild und in gewissem Maße auch Werbung für die eigene Fachkompetenz sind.   

Übrigens: besonders gelungene Beispiele für energetische Bau- und Sanierungsmaßnahmen enthält der Opens external link in new windowEnergieatlas Rheinland-Pfalz. Hochenergieeffiziente Wohn- und Nichtwohngebäude zeichnet die Energieagentur mit der Opens external link in new windowKlimaschutzplakette „H.ausgezeichnet“ aus.