Regionalkonferenz "Klimawandel zwischen Rhein, Lahn und Aar"

Umweltministerin und Landrat ermuntern Energiewende-Initiativen vor Ort

„Der Klimawandel macht auch vor der Region zwischen Rhein, Lahn und Aar nicht Halt“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken und verwies beispielhaft auf die Starkregenereignisse im letzten Jahr, als etliche Ortschaften überflutet wurden. Die Fachkonferenz in Nastätten zeige: „Es gibt viele Vor-Ort-Initiativen, wie zum Beispiel die Energiegenossenschaft Oberes Mühlbachtal, die sich erfolgreich gegen den Klimawandel einsetzen und die als Vorbild für weitere Kommunen dienen können.“

Derartige Beispiele vorzustellen war ein Ziel der Konferenz im Rahmen der landesweiten Aktionswoche der Energieagentur. Lars Hilgert von der VG Bad Ems präsentierte die entstehende Erdwärmeheizung des Rathauses, es ging um die energetische Sanierung der Singhofener Mehrzweckhalle, um Elektromobilität und Car-Sharing auf dem Dorf . . .   Pfarrer Matthias Metzmacher vom Zentrum für gesellschaftliche Verantwortung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) berichtete vom „Grünen Hahn“, einem Projekt zur Förderung des praktischen Umweltschutzes in Kirchengemeinden.

Klimaschutz besteht aus vielen Bausteinen


Dass die Anstrengungen noch gesteigert werden müssen, machte Thomas Pensel, Geschäftsführer der Energieagentur, deutlich: „Der Anteil der erneuerbaren Energien beträgt im Rhein-Lahn-Kreis gerade einmal 19 Prozent, landesweit sind es immerhin 34 Prozent.“ Für das Zulegen vor Ort setzt Landrat Frank Puchtler auf viele kleine Schritte, die jeder gehen könne - unabhängig von der großen Politik. Ein Beispiel sei der gelegentliche Verzicht  aufs Auto, Möglichkeiten gebe es für Bürger Unternehmen und Kommunen darüber hinaus zuhauf. Puchtler: „Klimaschutz besteht aus vielen Bausteinen. Der Wichtigste ist, dass wir ein Bewusstsein für die Problematik schaffen.“

Bei den Verbandsgemeindebürgermeistern ist dieses Bewusstsein zweifelsfrei vorhanden. Auf der Fachkonferenz berichteten Werner Groß (Loreley), Jens Güllering (Nastätten) und Udo Rau (Nassau) von ihren schmerzlichen - und kostenträchtigen - Erfahrungen  mit den Folgen der Erderwärmung. Während in der VG Loreley vor allem die Beseitigung der Schäden zu Buche schlägt (wofür Groß um Hilfen des Landes bat), belasten in Nassau die Mehrkosten für leistungsfähigere Abwasserkanäle das Budget.

Vernetzung und Erfahrungsaustausch

Gerade im Bereich des Hochwasserschutzes  lasse das Land die Kommunen nicht allein, hatte die Landesumweltministerin zugesichert. „Um sich künftig gegen extreme Witterungen zu wappnen, werden für alle Ortschaften der VG Loreley mit Unterstützung des Landes Hochwasserschutzkonzepte aufgestellt – weitere Kommunen in der Region ziehen nach“, sagte Höfken und betonte: „Rheinland-Pfalz ist gerade beim erfolgreichen Engagement gegen den Klimawandel und bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen auf den Beitrag von Gemeinden und Vor-Ort-Initiativen angewiesen.“

Zur weiteren Vernetzung dieser Initiativen lud Wilfried Ilgauds, Ortsbürgermeister von Dessighofen und Projektbetreuer bei der mitveranstaltenden Initiative 55 plus-minus ein. Die Gruppe innerhalb der EKHN will den Erfahrungsaustausch mit allen Energiewende-Akteuren der Region künftig intensivieren.

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