09.05.2018

Erstes landesweites Netzwerktreffen des „Erfahrungskreises KWK“

Beim ersten landesweite Netzwerktreffen des Erfahrungskreises KWK wurde die BHKW-Anlage im Dalberg-Herding’schen Schloss besichtigt (© Energieagentur Rheinland-Pfalz)

Im rheinhessischen Nierstein am Rhein fand letzte Woche das erste landesweite Netzwerktreffen zum Thema Kraft-Wärme-Kopplung statt. Die Teilnehmer durften einen Blick in die Anlage der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) im Dalberg-Herding’schen Schloss werfen.

Der Öffnet internen Link im aktuellen FensterErfahrungskreis KWK gibt den Teilnehmern die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen. Denn ob jemand vom Handwerk ist, vom Anlagenvertrieb oder der Planungsseite: Kraft-Wärme-Kopplung ist eine ausgereifte Technik, die trotzdem viele Skeptiker hat, so der Tenor. Umso wichtiger ist der Austausch mit Gleichgesinnten und Interessierten, neuer inhaltlicher Input und das Netzwerken für zukünftige Vorhaben.
Nach der Begrüßung durch Paul Ngahan (Energieagentur Rheinland-Pfalz) stellte Christoph Zeis, Geschäftsführer der EDG mit Sitz im rheinhessischen Nieder-Olm, seine Arbeit vor. Er präsentierte viele Beispiele und Lösungen zur Wirtschaftlichkeit und Anwendung der KWK in der Praxis.

Leitet Herunterladen der Datei einDer Vortrag von Christoph Zeis (EDG) zum Download

Die EDG hat es sich zur Aufgabe gesetzt, veraltete Heizanlagen in kommunalen Liegenschaften auszutauschen und stattdessen ganzheitliche Konzepte zu entwickeln. Das Ergebnis sind in der Regel Contracting-Projekte wie Nahwärmenetze, Blockheizkraftwerke, aber auch der Einsatz von Brennstoffzellen und Biomasseanlagen. Die Besonderheit der EDG ist, dass sie 15 kommunale Gesellschafter wie Landkreise und Verbandsgemeinden hat.

Blick in ein Biomethan-BHKW

Im Anschluss an den Vortrag öffnete Herr Zeis die Türen des unweit gelegenen Biomethan-BHKWs im ehemaligen Dalberg-Herding’schen Schloss. Dabei handelt es sich um ein Areal, das 2014 zu einem Wohnprojekt umfunktioniert wurde und 38 Wohneinheiten beherbergt. Das Blockheizkraftwerk ist entsprechend groß und  in der Tiefgarage des Komplexes zu finden. Neben 720.000 Kilowattstunden Wärme zur Beheizung der Wohneinheiten werden ca. 350.000 Kilowattstunden Strom produziert.
Ein Teil des Erfahrungsaustauschs fand direkt an der Anlage statt. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um Fragen sowohl zur Planung und Dimensionierung als auch zur Umsetzung und Montage zu stellen. Eine Teilnehmerin kam zum Netzwerk mit ihrem neuen Projekt und nutzte den zweiten Teil des Erfahrungsaustausches, um sich mit anderen Teilnehmern darüber auszutauschen.
Das nächste Treffen des Erfahrungskreises wird in der zweiten Jahreshälfte in der Pfalz stattfinden. Dabei soll es sich um die wichtigen Themen der Akquisition und Planung von Blockheizkraftwerken drehen. Denn die Frage, die alle Teilnehmer umtreibt, lautet: „Wie können Menschen von der Technik Kraft-Wärme-Kopplung überzeugt werden?“.

Das Netzwerktreffen fand im Rhein-Hotel Nierstein statt. Auch dieses wird über ein kleines BHKW mit Wärme und Strom versorgt. Am Ende des Netzwerktreffens gab Herr Platen Senior ein Kurzinterview zu seinem BHKW:

Herr Platen, Ihr Hotel wird über ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Wärme und Strom versorgt. Wie sind Sie zum Thema BHKW gekommen?
Aus Eigeninitiative bin ich zu diesem Thema gekommen.

Was für eine BHKW-Anlage haben Sie im Rhein-Hotel installiert?

In unsem Hotel ist ein Dachs-BHKW mit Speicher, angeschlossener Wärmerückgewinnung, Spitzenlast-Therme und Frischwasserstation installiert worden.

Wie wirtschaftlich läuft dieses BHKW?
Die Anlage läuft sehr wirtschaftlich.

Sind Sie mit der BHKW-Anlage zufrieden? Und würden Sie diese an Ihre Kollegen weiter empfehlen?

Ich bin mit der Anlage sehr zufrieden und würde diese jederzeit weiterempfehlen.