30.05.2018

Klimaschutz in der Verbandsgemeinde Freinsheim etabliert - Interview mit Beigeordneter Silvia Schmitz-Görtler

Auch die Weinhoheiten Saskia I., ehemalige Weinprinzessin von Freinsheim (links), und Dana I., Weinprinzessin der Urlaubsregion, hat Silvia Schmitz-Görtler (Mitte) in die lokalen Klimaschutz-Veranstaltungen eingebunden. © Energieagentur Rheinland-Pfalz

Darüber, wie Siliva Schmitz-Görtler das Thema "Klimaschutz" in der Verbandsgemeinde Freinsheim vorangebracht hat, haben wir mit ihr gesprochen:

Was waren die größten Hürden, und wie haben Sie sie genommen?

Klimaschutz war bisher kein Thema von hoher Priorität, diese Aufgabe wurde in der Vergangenheit eher unbewusst angegangen. Mit dem Beirat für Energie habe ich auf Verbandsgemeindeebene erst einmal das Thema selbst in den Vordergrund gerückt. In vielen dieser Sitzungen habe ich versucht, das Thema in seiner Brisanz und auch seinen Chancen durch eingeladene Referentinnen und Referenten zu beleuchten und ins Bewusstsein zu rücken. Ein Aha-Effekt stellte sich dann mit dem Thema Wertschöpfung für unsere Region ein, so dass ich es gewagt habe, einen Antrag in die politischen Gremien einzubringen.

Welche Argumente für ein Klimaschutzkonzept haben die politischen Gremien überzeugt?

Im Rückblick kann ich drei Hauptargumente, die für die Entscheidung ausschlaggebend waren und das Konzept auf den Weg gebracht haben, ausmachen: 1. Die hohe Förderung für die Konzepterstellung 2. Die Möglichkeit des geförderten Klimaschutzmanagements verbunden mit den daran gekoppelten Fördermitteln für die Umsetzung von Projekten und 3. Die Wertschöpfung für unsere Region, das heißt die Einsicht: „Wir tun was für uns vor Ort, das uns ökonomische Vorteile bringt.“

Wie aktivieren Sie vor Ort die Bürger zum "Mitmachen"?

Die Bürgerbeteiligung lief ja im Hintergrund immer schon mit. Bürger konnten an den Beiratssitzungen teilnehmen und die Presse berichtete regelmäßig. Das Thema wurde auf diese Art und Weise in der Öffentlichkeit immer hoch gehalten. Daran haben sich dann eine Bürgerumfrage zum Klimaschutz und die Klimaschutzforen angeschlossen. Unser Amtsblatt verfügt heute über eine eigene Rubrik "Klimaschutz", in der immer wieder Termine und Themen aufgegriffen werden, um die Menschen zu erreichen. Und nicht zu vergessen unsere lokalen "Klimahelden", die in einem eigenen Veranstaltungsformat ihre Projekte persönlich und öffentlich vorstellen konnten.

Was treibt Sie persönlich an?

Was macht der Herr ohne seinen Knecht, den er nicht nur knechtet, sondern tötet. Die Verantwortung für das Leben nach mir, für meine Kinder und Enkelkinder. Ich bin für Wandel, Wandel bietet immer auch Chancen. Der Klimawandel zerstört und Zerstörung geht weit über einen Wandel hinaus. Hier gilt es zu bewahren, was uns lieb und teuer ist. Oder auch ganz salopp: Ich möchte, dass meine Nachfahren auch noch im Jahr 2050 bei einem guten Klima ein Glas Riesling trinken können, der hier in der Region angebaut wird und nicht wegen des Klimawandels vom Nordpol kommt.