15.06.2018

Erste Elektro-Nutzfahrzeuge aus Gemeinschafts-Förderantrag übergeben

Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau und Stadtwerke Ramstein-Miesenbach gehen voran

16 Kommunen hatten sich 2017 zu gemeinsamen Förderanträgen zur Anschaffung von Elektrofahrzeugen und Ladeinfrastruktur zusammengefunden. Die erste beteiligte Kommune und das erste Stadtwerk aus der Pfalz haben nun ihre Fahrzeuge erhalten. Verbandsbürgermeister Erik Emich, VG Bruchmühlbach-Miesau, und Reinhard Schneider, Geschäftsführer der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach, nahmen diese Woche ihre reinelektrisch betriebenen Kastenwägen bei einem Autohändler in Zweibrücken entgegen. Ein wichtiges Ziel der Kommunen und Werke ist es, den Klimaschutz auch im Verkehrssektor vorbildhaft voranzutreiben.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hatte Anfang 2017 einen Förderaufruf gestartet, dessen Anforderungen "zu hoch" für die meisten Kommunen in der Pfalz waren. Mit Unterstützung der Pfalzenergie GmbH und der Energieagentur Rheinland-Pfalz gelang es, innerhalb des kurzen Antragsfensters ein Konsortium aus 16 Kommunen und Werken pfalzweit zu gründen, so dass Gemeinschaftsanträge der Kommunen und der Werke gestellt werden konnten. Die Förderrichtlinie sah eine 50-prozentige Förderung bei der Anschaffung von E-Fahrzeugen und Ladeinfrastruktur vor.

Nachdem die Förderanträge im Herbst 2017 positiv beschieden worden waren, berieten sich die Kommunen in einem Workshop bei der Energieagentur in Kaiserslautern über Möglichkeiten gemeinsamer Ausschreibungen. „Der Prozess bis zur Beschaffung war jetzt zwar etwas langwieriger, das ganze Förderprocedere dauert eben – aber letztendlich hat es doch funktioniert“, so Stefan Liebetrau von Pfalzenergie, der sich um Angebote der Autohäuser und die Vergabe gekümmert hat. „Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass jetzt die ersten Fahrzeuge tatsächlich bei den Kommunen angekommen sind.“

Emich: Laden an Schuko-Steckdose für uns kein Problem

Bei der Übernahme des neuen Nissan e-NV200 Kastenwagens für Bruchmühlbach-Miesau zeigte sich Verbandsbürgermeister Erik Emich überzeugt: „Wir fahren sehr viele Kurzstrecken und kommen dafür, was wir an einem Tag fahren, gut mit einem Elektroauto hin“, sagte er in Anspielung auf die immer wieder öffentlich diskutierte geringere Reichweite von E-Autos. „Wir benötigen für Ladevorgänge auch gar nicht unbedingt besondere Elektroleistung, denn wenn wir abends nach Dienstende das Auto an eine normale Schuko-Steckdose anschließen, wird es bis zum Dienstbeginn am nächsten Morgen komplett geladen sein.“ Im Gewerbegebiet werde die Verbandsgemeinde jedoch eine öffentliche Schnellladesäule errichten.

„Wollen Vorreiter sein“

Für Reinhard Schneider, Geschäftsführer der Stadtwerke Ramstein-Miesenbach, spielt auch der Vorbildcharakter der öffentlichen Einrichtungen eine große Rolle: „Wir wollen vorne mitmachen und auch den Bürgern zeigen, was geht. Wer, wenn nicht wir, soll das übernehmen?“ Pro Tag würden bei den Stadtwerken durchschnittlich etwa 40 bis 50 Kilometer mit einem Fahrzeug zurückgelegt – gelegentlich bis zu 100 Kilometer. „Der neue Nissan hat etwa 260 Kilometer Reichweite, das reicht also in jedem Fall.“ Er setzt darauf, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu Multiplikatoren werden, wenn sie das Auto einmal getestet haben. „Bevor es in den Dienst geht, setzen wir es zunächst als Springerfahrzeug ein. Unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können es zunächst Probefahren, auch Kunden, die Interesse haben.“

Das dritte gemeinschaftlich bestellte Fahrzeug, ebenfalls ein Nissan e-NV200, aber als 7-Sitzer ausgebaut, wird voraussichtlich im September an die Stadtwerke Wachenheim an der Weinstraße ausgeliefert werden.

„Wir sind froh, dass wir über die Zusammenstellung des Antragskonsortiums und die unterschiedlichen Workshops die Kommunen unterstützen konnten, und freuen uns natürlich sehr, dass jetzt die ersten Fahrzeuge in Betrieb genommen werden“, so Jan Bödeker von der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energieagentur Rheinland-Pfalz.