Rainer Schmitz, Unternehmer aus Bolsdorf: „Das Potenzial im Kleinen nutzen!“

Rainer Schmitz bringt die Solarenergie in der Vulkaneifel voran. Foto: privat


Pioniergeist ist eine Familientradition. Das Ausprobieren, das „Am-Beispiel-Lernen“, wie Rainer Schmitz es formuliert, lag schon seinem Vater Alois im Blut, als der in den 1970er-Jahren als erster landauf-landab Solarkollektoren aufs Dach baute und sich den Fragen seiner Nachbarn nach diesen seltsamen Dachfenstern stellen musste. Heute führen Vater und Sohn Schmitz das Unternehmen im Vulkaneifeldörfchen Bolsdorf gemeinsam;  Sohn Rainer übernimmt nach und nach mehr Verantwortung für den Familienbetrieb, der inzwischen rund 45 Fachkräfte beschäftigt.

Der 39-jährige ist Elektrotechniker-Meister, Installateur- und Heizungsbaumeister, Gebäudeenergieberater sowie Betriebswirt und Gutachter für PV- und Solaranlagen und beschreibt die Firmenphilosophie so: „Wenn es um neue Trends beim Energiesparen geht, wenn regenerative Energien in der Gebäudetechnik gefragt sind, dann verfolgen wir gerne den Weg der kleinen Schritte.“ Oft hat er schon erfahren, dass umfassende energetische Sanierungskonzepte Hauseigentümer eher abschrecken. Durchdachte, erweiterbare Einzellösungen motivierten da schon eher.

„Gerade im ländlichen Gebäudebestand prüfen wir, bevor ein Heizkessel für viel Geld getauscht wird, wo Einsparpotenzial im Kleinen vorhanden ist“, sagt Rainer Schmitz. Und man hat es vorgemacht: Die Wohn- und Betriebsgebäude der Firma wurden peu-à-peu energetisch saniert und sind in den Dorfkern vortrefflich integriert. Die öffentlich zugängliche Ladesäule vor dem ehemaligen Scheunentor wird von Baustellenfahrzeugen im harten Tageseinsatz gefordert. Solarthermie, Kleinwindräder, Wärmepumpe, Smart-Home-Lösungen sind, sozusagen „live und zum Anfassen“, auf dem Firmengelände im Hillesheimer Ortsteil Bolsdorf erlebbar.


Von den Nachbarn lernen

Klimaschutzaufgaben und die Techniken Erneuerbarer Energien erklären sich nicht von selbst. Schmitz will energietechnisch Interessierte zusammenbringen. Er rät, den Nachbarn zu fragen, wie er´s gemacht hat. Die Firma bietet zudem Infoabende an, die dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen. „Man kann da schon bei Kindern und Jugendlichen anfangen“, sagt er. Zusammen mit der Kreishandwerkerschaft konnten Auszubildende zum Thema Klimaschutz angesprochen werden. Nur so funktioniere Bewusstseinsbildung.

Seit Jahrzehnten bietet die Firma Haustechnik, Elektroinstallationen, Sanitär- und Heizungsbau an - vor allem im Verbund mit alternativen Energien. Bilanziell ist der Handwerksbetrieb energieautark; auch dafür und für vorbildliches Ausbilden erntete er Auszeichnungen, unter anderem den Umweltpreis des Landes Rheinland-Pfalz.


Viel Überzeugungsarbeit

Trotz des eigenen Beispiels wird Rainer Schmitz immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Lohnt sich das überhaupt?“ Reichlich  Überzeugungsarbeit sei zu leisten, um altes Denken zu überwinden und Hausbesitzer zum Handeln zu bewegen. Viel Aufklärung sei noch notwendig, wenn es um Reduktionsziele bei den Treibhausgasen geht. Den Wenigsten sei beispielsweise klar, dass durch die Installation eines Solardaches viel mehr CO2 eingespart werden kann als mit einem noch so CO2-armen Auto.

In der Klimaschutzdebatte ärgert es ihn immer wieder, wenn es heißt: „Die da oben sollen etwas tun.“ Dabei stehen jedem Einzelnen Mittel zur Verfügung, selbst im Kleinen aktiv zu werden. Wünschenswert wären aus seiner Sicht allerdings weitere Anreize. Denn: „Ein noch so kleiner  Förderzuschuss löst mehr private Investitionen aus als gar keiner.“ 

 

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