Die in unseren Gebäuden verbrauchte Wärme macht bundesweit rund ein Drittel des gesamten Endenergieverbrauchs aus. Allein in Rheinland-Pfalz liegt der Wärmebedarf bei 33,3 TWh pro Jahr. Dieser fällt vor allem dort an, wo Menschen wohnen - rund drei Viertel des Wärmebedarfs entfällt auf Wohngebäude, lediglich ein Viertel auf Nichtwohngebäude.
Besonders relevant ist die Raumwärme. In Rheinland-Pfalz werden 87 Prozent des Wärmebedarfs für das Heizen von Gebäuden benötigt, 13 Prozent entfallen auf die Warmwasserbereitung.
Doch welche Einsparpotenziale gibt es?
1. Handlungsfeld: Sanierung
Derzeit liegt die jährliche Sanierungsquote in Rheinland-Pfalz bei 0,8 %. Bei einer leichten Steigerung der Sanierungsquote auf 1,2 % würden pro Jahr etwa 14.800 der bestehenden Wohngebäude saniert. Da in dieser Sanierungsquote nicht nur Komplettsanierungen, sondern auch Einzelmaßnahmen integriert sind, unterliegt die Energieeinsparung pro Gebäude einer großen Streuung. Von kleineren Maßnahmen wie etwa die Dämmung der Kellerdecke bis hin zur Komplettsanierung kann mit Energieeinsparungen zwischen 5 % und 90 % gerechnet werden. Gehen wir von einer durchschnittlichen Einsparung von 50 % aus, würde der Wärmebedarf pro Jahr um 169 GWh sinken. Nach 15 Jahren wäre mit einer jährlichen Gesamtreduktion von rund 2,5 TWh pro Jahr zu rechnen, was etwa 10 % des heutigen Wärmebedarfs entspricht.
2. Handlungsfeld: Heizungstausch
In Rheinland-Pfalz werden Heizungen auch unabhängig von Komplettsanierungen ausgetauscht, etwa aufgrund von Förderungen oder technischen Ausfällen. Wird der Heizungsabsatz der vergangenen Jahre betrachtet, lag die Tauschquote bei etwa 3,7 % pro Jahr. Dies entspräche rund 42.000 Wohngebäuden in Rheinland-Pfalz, deren Heizsysteme jährlich modernisiert werden.
Im vergangenen Jahr setzten sich die Neuinstallationen etwa zur Hälfte aus effizienten Wärmepumpen und zur Hälfte aus modernen Gas- oder Öl-Heizsystemen zusammen. Bei einer solchen Verteilung neuer Heizungsanlagen ließe sich der Energieverbrauch um bis zu 375 GWh pro Jahr senken. Unter der Annahme, dass sich der Anteil der eingebauten Wärmepumpen auf etwa zwei Drittel erhöht, sind Einsparungen bis zu 457 GWh möglich.
3. Handlungsfeld: Kommunales Energieamanagement
Auch kommunale Nichtwohngebäude wie Schulen, KiTas und Verwaltungsgebäude nehmen eine bedeutende Rolle für die Wärmewende ein, deshalb bietet das kommunale Energiemanagament ein großes Einsparpotenzial.
Kommunales Energiemanagement schafft die Grundlage, um Energieverbräuche, Kosten und Einsparpotenziale dauerhaft im Blick zu behalten. Dazu gehören eine vollständige Gebäudeliste, die regelmäßige Erfassung und Auswertung von Strom-, Wärme- und Wasserverbräuchen, klare Zuständigkeiten sowie ein jährlicher Energiebericht. Durch systematisches Energiemanagement lassen sich häufig 10 bis 30 % der Energiekosten einsparen – oft bereits durch nicht- und geringinvestive Maßnahmen, optimierte Betriebsführung und bessere Regelung der technischen Anlagen. Digitalisierung, automatisierte Datenerfassung und Gebäudeautomation können diesen Prozess zusätzlich unterstützen.
Detailliertere Informationen bietet die ausführliche Datenstory im Energieatlas Rheinland-Pfalz.