Wie setzen wir Wärmenetze erfolgreich um?

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur RLP

Viele Kommunen befinden sich inzwischen in der finalen Phase ihrer kommunalen Wärmepläne nach Landesgesetz. Im Laufe diesen Jahres werden über 100 Kommunen und kreisfreie Städte in Rheinland-Pfalz ihre kommunalen Wärmepläne abschließen. Mit dem Übergang von der Planung zur Umsetzung rückt für viele Kommunen in Rheinland-Pfalz eine zentrale Frage in den Fokus: wie können Wärmenetzprojekte aus der kommunalen Wärmeplanung erfolgreich in die Umsetzung gebracht werden? 

Praxisbeispiel Verbandsgemeinde Herxheim

Wie der Schritt von der strategischen Planung zur Umsetzung gelingen kann, verdeutlicht das Beispiel der Verbandsgemeinde Herxheim. Die Kommune hat ihre kommunale Wärmeplanung gezielt genutzt, um zwei Fokusgebiete zu identifizieren und darauf aufbauend Machbarkeitsstudien zu beauftragen. Ziel ist es, technische, wirtschaftliche und organisatorische Optionen für den Aufbau zukunftsfähiger Wärmenetze zu prüfen und gemeinsam mit lokalen Akteuren in konkrete Projekte zu überführen. Die Erfahrungen aus Herxheim zeigen, wie wichtig klare Zuständigkeiten, frühzeitige Entscheidungen zu Betreiberfragen und eine schrittweise Projektentwicklung sind.

Erfolgsfaktor lokale Betreiberstrukturen

Das Beispiel aus Herxheim zeigt, dass im Hinblick auf die Umsetzung lokal verankerte Betreiberstrukturen ein zentraler Erfolgsfaktor sind. In diesem Zusammenhang gewinnen Bürgerenergiegenossenschaften zunehmend an Bedeutung.

Sie ermöglichen es, kommunale Akteure, Bürgerschaft und weitere lokale Partner strukturiert einzubinden und Verantwortung für Wärmenetze gemeinsam zu tragen. Welche Chancen diese Organisationsform bietet und wie Kommunen sie nutzen können, wurde im Rahmen des landesweiten Netzwerktreffens „Kommunale Wärmeplanung Rheinland-Pfalz“ vorgestellt. Jule Siliki-Gabriel vom Landesnetzwerk Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz e. V. (LaNEG) zeigte auf, wie Genossenschaften gegründet werden, welche Rolle sie bei der Umsetzung von Wärmenetzprojekten einnehmen können und wie Kommunen dabei von LaNEG konkret begleitet werden.

Unterstützung durch die Energie- und Klimaschutzagentur

Die Kommunen erhalten bei Ihrer Wärmeplanung und der anschließenden Umsetzung hilfreiche Unterstützung durch die Energie- und Klimaschutzagentur: neben der Beratung, der fachlichen Unterstützung und Projektbegleitung finden regelmäßige Netzwerktreffen statt. Diese dienen der offenen Diskussion sowie dem Austausch zu aktuellen Fragestellungen der kommunalen Wärmeplanung unter den Kommunen.

Das landesweite Netzwerktreffen „Kommunale Wärmeplanung Rheinland-Pfalz“ fand Ende Januar digital statt. An dem Netzwerktreffen nahmen mehr als 70 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Stadtwerken, Planungsbüros, Energieversorgungsunternehmen und weiteren Institutionen teil. 

Das nächste landesweite Netzwerktreffen wird am 09. März 2026, von 10:00 bis 11:30 Uhr, erneut online stattfinden. Wenn Sie am nächsten Netzwerktreffen teilnehmen möchten, melden Sie sich gerne per E-Mail.