Nach Schweich und Longuich geht es auch in Klüsserath in Puncto Wärmewende voran. Rund 60 Interessierte informierten sich Ende November zum Thema Nahwärme. Die Informationsveranstaltung wurde von der Gemeinde, der Verbandsgemeinde, der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz und dem Büro Plancon unterstützt.
Warme Füße mit Erneuerbaren Energien
Was ist ein Nahwärmenetz? Wie könnte ein solches System in Klüsserath umgesetzt werden? Welche Vorteile bietet eine gemeinsame erneuerbare Wärmeversorgung für die Bürgerinnen und Bürger im möglichen Eignungsgebiet – und welche Voraussetzungen müssen dafür erfüllt sein?
Diese und weitere Fragen wurden bei der Informationsveranstaltung im Gemeindehaus Alte Ökonomie in Klüsserath ausführlich beantwortet.
Fossil vs. Erneuerbar
Klüsserath ist eine für den Landkreis typische Gemeinde. Hauptsächlich energetisch unsanierte Altbauten, kein Erdgasnetz und dadurch vorwiegend Ölheizungen im Bestand. Die jährlich steigende CO2-Bepreisung verteuert das Heizen mit fossilen Brennstoffen zunehmend. Mit Beginn des Jahres ist der CO2-Preis pro Tonne auf 55 Euro gestiegen, was pro Liter Heizöl Mehrkosten von rund 17 Cent brutto bedeuten. Für ein 140 m2 großes Einfamilienhaus mit einem jährlichen Heizölverbrauch von 2.400 Litern werden in den nächsten 20 Jahren mindestens 10.000 € an Mehrkosten allein durch die CO2-Bepreisung entstehen.
Eine gemeinsame erneuerbare Wärmeversorgung, beispielsweise über die Nutzung von Umweltwärme aus der Mosel mittels einer Wärmepumpe, böte potenziellen Anschlussnehmern einen einfachen und bequemen Weg, ihre Wärmeversorgung erneuerbar und nachhaltig zu gestalten. Nahwärme ist grundsätzlich technologieoffen und berücksichtigt die vor Ort zur Verfügung stehenden Potenziale zur Wärmeerzeugung - beispielsweise Flusswärme.
Wer macht mit?
Neben dem bestehenden kommunalen Anschlussinteresse soll nun mittels Fragebogens ein Anschlussinteresse weiterer Gebäudeeigentümer abgefragt werden. Außerdem soll eine Projektgruppe mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie Gemeindevertretern gebildet werden, um diese Erhebung zu unterstützen. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden im weiteren Verlauf bei der Erstellung der Machbarkeitsstudie als Grundlage für eine konkrete Preisgestaltung und die weitere Planung verwendet. Der mögliche Betreiber des Wärmenetzes sind die Verbandsgemeindewerke Schweich.