„Nach meinem Termin in der Verbandsgemeinde Hermeskeil führte mich meine Vor-Ort-Tour weiter in die Verbandsgemeinde Ruwer, genauer gesagt zum Klärwerk in Mertesdorf. Vor Ort tauschte ich mich mit dem Werkleiter Sebastian Schmitz sowie dem Klimaschutzmanager Michael Reuter aus. Begleitet wurde der Termin durch unseren Regionalreferenten Stefan Beyer.
Im Zentrum unseres Gesprächs stand ein Thema, das in der Wärmewende bislang oft unterschätzt wird, zugleich aber enormes Potenzial birgt: die Nutzung von Abwasserwärme. Am Klärwerk Mertesdorf wurde hierzu eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die vielversprechende Perspektiven für den Aufbau eines nachhaltigen Wärmenetzes aufzeigt. Besonders erfreulich ist, dass diese Analyse bereits durch unser Kompetenzzentrum geprüft und als fachlich plausibel bewertet wurde.
Nun gilt es, den nächsten Schritt zu gehen: die Überführung der theoretischen Erkenntnisse in die praktische Umsetzung. Ein wichtiger Meilenstein ist dabei die anstehende Informationsveranstaltung hier in Mertesdorf. Gemeinsam mit der Verbandsgemeinde werden wir diese moderieren und fachlich begleiten, um potenzielle Anschlussnehmer frühzeitig einzubinden und über Chancen sowie Rahmenbedingungen eines solchen Projekts zu informieren.
Unsere Unterstützung für die Verbandsgemeinde Ruwer ist dabei bewusst breit angelegt. Neben der fachlichen Bewertung der Machbarkeitsstudie begleiten wir die Abstimmung mit relevanten Akteuren und arbeiten gemeinsam an der Entwicklung eines tragfähigen Geschäftsmodells. Gerade diese Phase ist entscheidend, um aus einer guten Idee ein umsetzbares Projekt zu formen.
Darüber hinaus bringen wir unsere anbieterneutrale Expertise in politische Entscheidungsprozesse ein und unterstützen bei der Vorbereitung von Förderanträgen – etwa im Rahmen des Bundesförderprogramms für effiziente Wärmenetze. Ziel ist es, eine fundierte und belastbare Entscheidungsgrundlage zu schaffen, auf deren Basis die nächsten Schritte sicher gegangen werden können.
Mein Eindruck aus Mertesdorf: Die Verbandsgemeinde Ruwer geht einen innovativen Weg, indem sie vorhandene Infrastrukturen neu denkt und bislang ungenutzte Energiequellen erschließt. Wenn es gelingt, dieses Projekt erfolgreich umzusetzen, kann es als Vorbild für viele weitere Kommunen dienen."
Dr. Tobias Büttner, Geschäftsführer der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz