„Nach meinen Terminen in Hermeskeil und Ruwer stand die Besichtigung des fast fertig gestellten Nahwärmeprojektes in Binsfeld auf dem Programm, das im Rahmen von KIPKI gefördert wird. Mit Bürgermeister Manuel Follmann konnte ich in diesem Zusammenhang auch über die strategische Ausrichtung der Verbandsgemeinde beim Ausbau erneuerbarer Energien diskutieren. Dabei wurde auch deutlich, wie eng die Fachbereiche Bauleitplanung und Erneuerbare Energien der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz die Verbandsgemeinde begleiten – insbesondere bei der isolierten Positivplanung für die Windenergie.
Die Verbandsgemeinde setzt auf einen ausgewogenen Ausbau. Nach kontroversen Diskussionen wurde ein geplantes Vorhaben zurückgezogen, gleichzeitig wird eine Nachverdichtung bestehender Windparks ermöglicht.
Auch die Freiflächen-Photovoltaik ist von zentraler Bedeutung. Die bisher vorgesehenen zwei Prozent der Fläche gemäß Orientierungsrahmen sind bereits ausgeschöpft. Darüber hinaus befinden sich im Gebiet der Verbandsgemeinde viele privilegierte Flächen entlang von Autobahnen und Bahnlinie. Der Flächendruck auf die Landwirtschaft ist also groß. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage der Nutzung von Agri Photovoltaik. Die Anfrage einer Ortsgemeinde wird im Mai in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse „Bauen und Energie“ sowie „Haupt- und Finanzausschuss“ erörtert. In der Sitzung wird besprochen, wie Agri-PV mit Blick auf die landwirtschaftliche Bewirtschaftung aber auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht funktionieren kann. Wir haben besprochen, dass die Energie- und Klimaschutzagentur als neutraler und fachlicher Partner die Kommune unterstützen wird, damit eine fundierte Entscheidungsgrundlage geschaffen wird.
Insgesamt war der heutige Termin ein gelungener Austausch zwischen Verwaltung, Politik, Planern und fachlicher Begleitung. Das Nahwärmeprojekt Binsfeld zeigt, wie konkrete Maßnahmen zur Energiewende vor Ort umgesetzt werden können. Gleichzeitig macht die Diskussion um Windenergie, Freiflächen-Photovoltaik und Agri-PV deutlich, dass die Verbandsgemeinde einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, der Klimaschutz, Flächennutzung und Akzeptanz gleichermaßen berücksichtigt.“
Dr. Tobias Büttner, Geschäftsführer der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz