Die Verbandsgemeinde Kaisersesch treibt ihre Energiewende konsequent voran: Auf dem Parkplatz des Verwaltungsgebäudes wurde eine moderne Parkplatz-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 124 kWp errichtet. Das Projekt wurde vollständig über das KIPKI-Förderprogramm finanziert und stellt einen wichtigen Schritt hin zu einer klimafreundlichen und wirtschaftlichen Energieversorgung der Verwaltung dar.
Doppelfunktion: Schutz & Energieerzeugung
Die Anlage überdacht insgesamt 32 Stellplätze und bietet damit sowohl Mitarbeitenden als auch Besuchern witterungsgeschützte Parkmöglichkeiten. Gleichzeitig nutzt die funktionale Stahlrahmenkonstruktion den vorhandenen Parkraum doppelt – als Schutzfläche und als Träger nachhaltiger Energieerzeugung.
Der erzeugte Solarstrom wird vollständig vor Ort verbraucht. Unterstützt wird die Anlage durch zwei Batteriespeicher mit jeweils 86 kWh Kapazität, die den Eigenverbrauchsanteil zusätzlich erhöhen. Die Photovoltaikanlage ist als sogenannte Nulleinspeiseanlage konzipiert, das heißt, der erzeugte Strom wird nicht ins öffentliche Netz eingespeist.
Mit einer jährlichen CO₂-Einsparung von rund 40 Tonnen leistet die Anlage einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 460.000 Euro, davon rund 380.000 Euro für die PV-Anlage und 80.000 Euro für die Batteriespeicher. „Eine solche Anlage ist rein rechnerisch teurer als beispielsweise eine Dach-PV-Anlage. Aber insbesondere dort, wo Dachflächen nicht geeignet oder bereits belegt sind und der Stromverbrauch sehr hoch ist, kann eine Parkplatz-PV-Anlage für zusätzlichen, nachhaltig erzeugten Strom sorgen“, so Alexander Ehl, Referent bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz und ergänzt: „Und natürlich kann hier bereits versiegelte Fläche doppelt genutzt werden und die Fahrzeuge sind vor Wettereinflüssen geschützt“. Auch in Koblenz, Neuwied und Montabaur wurden bereits ähnliche Projekte realisiert.
„Die Rückmeldungen sind überwiegend sehr positiv – sowohl von Mitarbeitenden als auch von Bürgerinnen und Bürgern“, berichtet Hans-Peter Irmiter aus der Bauabteilung der VG Kaisersesch. Besonders erfreulich sei der hohe Autarkiegrad: „In den Monaten Februar und März lag dieser bei etwa 72 bis 73 Prozent. Unser Ziel für das Gesamtjahr liegt bei rund 70 Prozent.“
Die Inbetriebnahme der Anlage erfolgte im Dezember 2025. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung vergingen rund drei Jahre. Eine besondere Herausforderung stellte die Umsetzung der Nulleinspeisung dar, die im Rahmen der Förderung vorgeschrieben ist. „Das war technisch sehr anspruchsvoll und mit einem hohen Aufwand verbunden“, so Irmiter.
Ein positiver Nebeneffekt ergab sich im Zuge der Ausschreibung: Da für Photovoltaikanlagen ein Nullsteuersatz gilt, konnten zusätzliche Mittel eingespart und in einen zweiten Batteriespeicher investiert werden, wodurch die Speicherkapazität verdoppelt wurde.
Weitere Planung: Warmwasserspeicher
Um künftig die überschüssige Solarenergie sinnvoll zu nutzen, plant die Verbandsgemeinde ergänzende Maßnahmen: Derzeit wird die Installation von zwei großen Warmwasserspeichern vorbereitet, die als thermische Energiespeicher dienen sollen. Zunächst ist ein 2.000-Liter-Speicher vorgesehen, mit der Option auf einen zweiten Behälter. Dieses Projekt wird über weitere Fördermittel finanziert.