Öffentliche AFIR-Konsultation - den Infrastrukturrahmen mitgestalten Beteiligungsmöglichkeit noch bis zum 03. August 2026

Bildquelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

Die Europäische Kommission hat im Rahmen der Überprüfung der Verordnung 2023/1804 über den Einsatz alternativer Kraftstoffinfrastruktur, die allgemein als Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR) bekannt ist, eine öffentliche Konsultation eingeleitet. Die AFIR ist ein zentrales Element des EU-Rahmens für die Unterstützung des Aufbaus einer ausreichenden, interoperablen und benutzerfreundlichen Infrastruktur für alternative Kraftstoffe in ganz Europa.

Die AFIR legt verbindliche Einsatzziele für die öffentlich zugängliche Infrastruktur für die elektrische Wiederaufladung und die Wasserstoffbetankung für Straßenfahrzeuge fest.

So legt die Verordnung Anforderungen an den Betrieb, die technische Interoperabilität, den Datenaustausch und die nationale Planung durch die nationalen politischen Rahmenbedingungen der Mitgliedstaaten fest.

Die Konsultation fordert die Interessenträger und die breite Öffentlichkeit auf, Feedback zum aktuellen Stand der Bestimmungen und darüber zu geben, ob weitere Maßnahmen auf EU-Ebene erforderlich sind.

Bei der Konsultation wird jedoch ausdrücklich gefragt, ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind, um:

  • Preisangaben noch transparenter und verständlicher zu machen
  • „vernünftige“ Preisniveaus sicherzustellen
  • die Akzeptanz von klassischen Zahlungskarten weiter zu erhöhen
  • Barrieren für Menschen mit Behinderungen abzubauen
  • Strommarktkonditionen (z. B. Netzentgelte, Börsenpreise) besser in der Preisgestaltung widerzuspiegeln.

Damit rückt die Perspektive der Nutzerinnen stärker in den Vordergrund, von E‑Pkw‑Fahrenden über Flottenbetreiber bis hin zu Lkw‑Fahrerinnen auf Fernrouten.

Planung, Reporting und Bürokratie

Die Konsultation fragt außerdem, wie Planungs- und Berichtspflichten zukunftsfest und verhältnismäßig bleiben.

Einerseits sind präzise Monitoring‑Mechanismen nötig, um den Fortschritt bei der Erreichung der AFIR‑Ziele bewerten zu können. Andererseits will die Kommission vermeiden, dass unverhältnismäßiger Verwaltungsaufwand entsteht – insbesondere dort, wo Berichte wenig Mehrwert liefern. Gleichzeitig wird ein Informationsdefizit bei privater Ladeinfrastruktur, insbesondere Depot‑Laden für schwere Nutzfahrzeuge, betont, obwohl dort ein großer Teil der Ladevorgänge stattfindet.

Warum die Konsultation jetzt wichtig ist

Die AFIR‑Überprüfung ist der Moment, um zu prüfen, ob der bisherige Infrastrukturrahmen zu Marktentwicklung, technologischem Fortschritt und Nutzerbedürfnissen passt – oder ob nachjustiert werden muss. Bis 2030 und 2035 sollen in der EU flächendeckende Lade- und Tanknetze für alternative Kraftstoffe entstehen, unter anderem mit Mindestabständen und Leistungsanforderungen entlang der TEN‑V‑Korridore.

Damit dieser Ausbau nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gelingt, braucht die Kommission belastbare Rückmeldungen aus Praxis und Zivilgesellschaft.

Genau dafür ist die Konsultation gedacht: Sie sammelt Belege aus Sektoren wie Verkehr, Energie, Infrastruktur, Logistik, Industrie, Behörden und Verbraucherorganisationen.

Wer sich beteiligen sollte

Die Konsultation richtet sich insbesondere an:

  • Unternehmen und Verbände im Straßen-, See-, Binnen- und Luftverkehr.
  • Energieversorger und Ladeinfrastrukturbetreiber
  • Logistikunternehmen und Flottenbetreiber
  • Hafen- und Flughafenbetreiber
  • Städte, Regionen und Behörden
  • Verbraucher- und Umweltorganisationen.

Gerade Akteure aus Elektromobilität und Wasserstoffwirtschaft betonen in ihren Hinweisen, dass jetzt Erfahrungen und Daten aus der Praxis eingebracht werden sollten, um die AFIR möglichst wirkungsvoll weiterzuentwickeln.

Je fundierter das Feedback aus den Sektoren ausfällt, desto größer ist die Chance, dass die AFIR‑Ziele so geschärft werden, dass sie den Hochlauf emissionsfreier Technologien nicht bremsen, sondern aktiv unterstützen.

Weitere Informationen zur Konsultation und zur AFIR‑Überprüfung stellt die Europäische Kommission auf ihrem Beteiligungsportal bereit:

https://alternative-fuels-observatory.ec.europa.eu/general-information/news/afir-review-shaping-europes-alternative-fuels-network