Nahwärme als Motor der kommunalen Wärmewende im Hochwald

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

Seit dem Herbst 2025 geht die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz auf Tour: Mit der „Vor-Ort-Tour“ besucht unser Geschäftsführer Dr. Tobias Büttner gemeinsam mit dem Team Landkreise und Kommunen, um erfolgreiche Projekte der Energiewende und des Klimaschutzes sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen der direkte Austausch mit Landrät:innen und Oberbürgermeister:innen sowie die gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Akteuren.

In diesem Rahmen stellen wir Projekte aus den Kommunen vor, die zeigen, wie Klimaschutz in Rheinland-Pfalz gelingt.

Projekt: Nahwärme als Motor der kommunalen Wärmewende im Hochwald
Ort: VG Hermeskeil
Themenfeld: Kommunale Wärmeplanung

Die Kommunale Wärmeplanung (KWP) der VG Hermeskeil wurde bereits Ende Januar 2026 durch einen externen Dienstleister abgeschlossen. Zur transparenten Information der Öffentlichkeit wurde die KWP auf der Website der Verbandsgemeinde veröffentlicht, flankiert durch einen eigens erstellten Informationsflyer. Eine Bürgerinformationsveranstaltung fand Ende Februar statt. Parallel dazu begleitet das Referat Nahwärme der Energie- und Klimaschutzagentur bereits mehrere konkrete Projekte im Rahmen der Umsetzungsstrategie der KWP. 

Kalte Nahwärme Rascheid: Von der Vorprüfung zur Machbarkeitsstudie
In Rascheid wird derzeit ein innovatives Konzept für ein kaltes Nahwärmenetz weiterentwickelt. Nach einer erfolgreichen Vorprüfung durch das Kompetenzzentrum Nahwärme der Energieagentur befindet sich das Projekt aktuell in der Erstellung einer Machbarkeitsstudie. Ziel ist es, die technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wärmeversorgung auf Basis niedriger Temperaturniveaus detailliert zu analysieren.

Stadt Hermeskeil: Wärmenetz wächst mit strategischer Unterstützung
Auch in der Stadt Hermeskeil wird die Wärmewende aktiv gestaltet: Die geplante Erweiterung des bestehenden Wärmenetzes wurde frühzeitig parallel zur Erstellung der Kommunalen Wärmeplanung initiiert. 

Seit 2014 werden öffentliche Gebäude über die Abwärme einer Biogasanlage versorgt. Da derzeit rund 40 % der Wärme ungenutzt bleiben, ist eine Erweiterung des Netzes zur Steigerung der Effizienz geplant. Die Energie- und Klimaschutzagentur begleitet den Prozess konzeptionell und im Rahmen des Kommunalen Klimapaketes (KKP) durch Arbeitsgespräche mit Verbandsgemeinde und Betreiber, einer Plausibilitätsprüfung sowie Beiträge zur Bürgerinformation.

Der Netzausbau mit rund 3.000 m Leitung ist ab Spätsommer 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme nach der Heizsaison 2026/27. Geplant sind zudem ein Wärmespeicher sowie ein jährlicher Wärmeabsatz von etwa 3.000 MWh.

Gusenburg: Großes Interesse nach erfolgreicher Informationsveranstaltung
In Gusenburg stößt das Thema Nahwärme ebenfalls auf großes Interesse. Nach einer gut besuchten Informationsveranstaltung Ende Januar 2026, die gemeinsam mit der Energie- und Klimaschutzagentur durchgeführt wurde, läuft aktuell die Abfrage des Anschlussinteresses im Ort. Eine Vorprüfung des Projekts ist als nächster Schritt vorgesehen. 

Reinsfeld: Informationsveranstaltung als Auftakt
In Reinsfeld wurde kürzlich eine Informationsveranstaltung zum Thema Nahwärme (analog wie in Gusenburg) durchgeführt. Sie bildet den Auftakt für mögliche weitere Schritte hin zu einer gemeinschaftlichen Wärmeversorgungslösung im Ort. Die Energie- und Klimaschutzagentur steht auch hier beratend zur Seite und unterstützt bei der Einschätzung von Potenzialen und nächsten Schritten.

KWP als Wegbereiter für konkrete Projekte
Die Beispiele aus Rascheid, Hermeskeil, Gusenburg und Reinsfeld verdeutlichen: Die Kommunale Wärmeplanung ist weit mehr als ein strategisches Papier. Sie dient als Ausgangspunkt für konkrete Projekte vor Ort und wird durch die kontinuierliche Begleitung der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz in die Praxis überführt. So entstehen tragfähige Lösungen für eine klimafreundliche und zukunftssichere Wärmeversorgung im ländlichen Raum.