Kommunale Werke setzen regelmäßig Nutzfahrzeuge ein, die auch bei widrigen Wetterbedingungen über Feldwege fahren und Anstiege überwinden müssen.
Außerdem sollen Werkzeuge transportiert und häufig mehrere Stationen innerhalb von weitläufigen kommunalen Gebieten angefahren werden. Um die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten zu reduzieren und auch in der Mobilität Erneuerbare Energien einzusetzen, ist es sinnvoll, die Fahrzeugflotten zu elektrifizieren.
Das Abwasserwerk Vordereifel zeigt eindrucksvoll, dass auch bei leichten Nutzfahrzeugen bis 3,5 Tonnen elektrische Allrad-Fahrzeuge mit einem großen Ladevolumen und praxistauglicher Reichweite einsetzbar sind. So haben die Werke einen VW ID.Buzz Cargo 4-motion beschafft, der mit einem Werkstatt-Einbau versehen wurde.
Auch wenn Mitarbeiter Rufbereitschaft haben und viel unterwegs sind, kann der E-Bulli praktikabel geladen werden. Denn es wird eine mobile Ladestation mitgeführt, wodurch die Batterie auch an roten Drehstromsteckdosen geladen werden kann, beispielsweise an den Pumpstationen und Kläranlagen. Üblicherweise lädt das Fahrzeug über Nacht am Verwaltungsgebäude.
PV-Tracker & Dach-PV liefern Solarstrom
Das Team des Abwasserwerks hat alle Standorte auf ihre Eignung für die Solarenergienutzung überprüft und bereits viele PV-Tracker-Systeme installiert, die sich mit der Sonne bewegen. Auch PV-Anlagen auf Dachflächen sowie größere Batteriespeicher wurden installiert. Dadurch wird nicht nur die Versorgungssicherheit der kritischen Infrastruktur gesteigert, sondern es lohnt sich auch finanziell. Der E-Bulli rechnet sich aufgrund der hohen Einsparung an Dieselkosten und einem Rabatt des Händlers gegenüber einem Hochdachkombi mit Dieselantrieb. Zudem müssen die Werke keine Kfz-Steuer zahlen und bekommen die jährliche THG-Prämie ausgezahlt. Der Fahrspaß kommt auch nicht zu kurz, wie die Mitarbeiter schmunzelnd zugaben. Denn das volle Drehmoment des 340 PS-starken Elektromotors liegt sofort an. Die Reichweite aus der knapp 80 kWh fassenden Batterie beträgt unter guten Bedingungen laut Hersteller rund 430 Kilometer. Es bleibt also auch im Winter und bei zügigen Fahrten in der Eifel noch ein vollumfänglich einsatzbares Fahrzeug, welches zeitgleich wegweisend für die Energiewende in der Mobilität ist.
Auskunft erteilt: Lotsenstelle für alternative Antriebe, Uwe Diederichs-Seidel