E-Lotsen zu Gast in Wörth am Rhein
Den Fuhrpark in Verwaltungen und in kommunalen Betrieben auf alternative Antriebe umzustellen, ist nicht nur aus ökologischer Sicht sinnvoll, sondern teilweise auch gesetzlich vorgeschrieben und - entgegen häufiger Bedenken - mit einem Plus an Komfort für die Mitarbeitenden verbunden. Herausfordernd bleiben allerdings weiterhin die Überzeugungsarbeit und das hohe finanzielle Investment zu Beginn. Besonders hilfreich in der Planung und Umsetzung ist die Kommunikation zwischen den Betroffenen und der interkommunale Erfahrungsaustausch.
Dies ist die sehr komprimiert zusammengefasste Quintessenz des 4. Workshops “E-Lotsin / E-Lotse in Kommunen”, der einen Tag in Wörth am Rhein und einen Tag online stattfand. Um die zwanzig Teilnehmende aus Kommunen und vom Land Rheinland-Pfalz tauschten sich zu ihren Erfahrungen in der Fuhrparkumstellung aus und sprachen dabei ganz offen über Chancen und Herausforderungen im Prozess. Fachlichen Input und Arbeitsmaterial erhielten sie von Volker Gillessen, Bereichsleiter Elektromobilität bei der EcoLibro GmbH. Er informierte gemeinsam mit dem Team der Lotsenstelle für alternative Antriebe zum “Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge” und das “Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz”, zu Beschaffungsstrategien und ökonomischen Aspekten.
Besonders anschaulich und hilfreich war die Vorstellung der Aktivitäten der Stadt Wörth von Daniela Daußmann-Enderle. Als Fuhrparkverantwortliche hatte sie vor einigen Jahren mit dem Umstellungsprozess begonnen, der weit über die einfache Anschaffung von E-Pkw hinausgeht. Durch die Umstellung auf eine CO2-basierte Berechnung konnte mehr Freiheit in der Gestaltung des Fuhrparks erreicht werden, zugleich wurde so eine Argumentationsbasis gegenüber Entscheidern geschaffen. Ein detaillierter Beschaffungsplan, vorausschauend angesetzte Haushaltsmittel und die Nutzung von Fördermitteln (in diesem Fall KIPKI-Gelder) schärften die Fuhrparkstrategie. Das Wichtigste aber, so Daußmann-Enderle, sei das Gespräch mit den betroffenen Mitarbeitenden, sprich Hausmeistern und Hausmeisterinnen, Bauhof-Mitarbeitern, Gebäudemanagern und vielen mehr: “Im Zentrum der Überlegungen stand immer die Frage an die Kolleginnen und Kollegen: ‘Was braucht ihr?’ Und darauf basierend haben wir nach passenden Lösungen gesucht.”
Mit Erfolg: In Wörth fahren nicht nur E-Pkw und E-Transporter im Dienst der Stadt, sondern auch E-Lastenräder, E-Scooter und eine E-Kehrmaschine sowie ein weiteres kleines E-Nutzfahrzeug. Bis auf wiederkehrende technische Probleme an der Kehrmaschine fällt das Fazit der Fahrerinnen und Fahrer durchweg positiv aus. Die Fahrzeuge sind leise, vibrationsarm, und problemlos im Handling. Auch das Laden hat sich eingespielt, nicht zuletzt dank bedarfsgerecht dimensionierter Lademöglichkeiten. Die Stromverbräuche werden zudem über eine Energiemanagementsoftware getrackt.
Die Fuhrparkumstellung in Wörth am Rhein: Ein echtes Erfolgsprojekt, das die anderen Teilnehmenden beeindruckte und inspirierte.
Die E-Lotsen-Workshops werden im Herbst 2026 in die Fortsetzung gehen: Am 08. September in Bad Neuenahr-Ahrweiler, am Folgetag dann online. Interessierte können sich gerne jetzt schon auf eine Warteliste setzen lassen, um die Einladung nicht zu verpassen.
Alle Fotos: EKA.rlp