E-Lkw im Kostenvergleich: Lohnt sich der Umstieg bereits?

Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur RLP

Viele Speditionen, Unternehmen oder Kommunen stellen sich gerade die Frage, ob sich die Transformation der eigenen Flotte hin zu Elektro-Lkw lohnt und ob der E-Lkw bereits heute eine wirtschaftliche Alternative zum Diesel-Lkw sein kann. Darauf gibt es keine pauschale Antwort, es sollte eine konkrete Berechnung der Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership; TCO) durchgeführt werden. Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg KEA-BW hat deshalb zwei neue Online-Tools veröffentlicht: Einen Kostenvergleichsrechner für Elektro-Lkw und einen Faktencheck. Beides kostenlos online verfügbar. 

Der Kostenvergleichsrechner

Der Kostenvergleichsrechner schafft Transparenz und liefert Zahlen für z.B. Speditionen, die ganz am Anfang stehen. Es gibt zwei voreingestellte Szenarien für den Fern- und Regionalverkehr, die sich aber auch individualisieren lassen.
Nachdem man individuelle Zahlen zur jährlichen Fahrleistung, Energie- und Dieselpreise, THG-Quote und Fahrzeugkosten eingegeben hat, berechnet das Tool die Gesamtbetriebskosten über den angegebenen Nutzungszeitraum. Maut, Steuern, Versicherung und Wartung werden ebenfalls eingerechnet. Abschließend werden die Betriebskosten pro Kilometer in Euro für die Antriebsarten Diesel und Strom berechnet und dargestellt. Flottenverantwortliche erkennen dadurch schnell, welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit beeinflussen und unter welchen Bedingungen ein E-Lkw Vorteile gegenüber einem Diesel-Lkw erreichen kann.

Ein Beispiel des neuen KEA-BW-Rechners: Im Fernverkehr wirken sich die Kraftstoffkosten besonders aus – hier ist Strom knapp ein Drittel günstiger als Diesel. Bei den Gesamtkosten pro Kilometer im Beispielszenario liegt der E-Lkw damit bei 1,08 Euro im Vergleich zum Diesel-Lkw mit 1,21 Euro.

Der Faktencheck

Der Faktencheck ergänzt den Kostenrechner und liefert neutrale Informationen zu den wichtigsten Fragen: Wie ausgereift ist die Technik? Welche Reichweiten sind möglich? Wie steht es um die Ladeinfrastruktur? Auch auf Arbeitsschutz, Sicherheit und konkrete Schritte zur Umstellung des Fuhrparks wird eingegangen. So lässt sich herausfinden, ob das eigene Einsatzprofil schon heute mit dem batterieelektrischen Lkw abgedeckt werden kann.

Förderung für Ladeinfrastruktur

Fällt die Antwort positiv aus und der Weg in Richtung batterieelektrische Lkw soll eingeschlagen werden, kann noch bis zum 07. Juli 2026 die Förderung „Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge“ beantragt werden. Darüber ist die Förderung von öffentlicher sowie nicht-öffentlicher Ladeinfrastruktur möglich. Die Förderhöhe beträgt bis zu 500 EUR pro Kilowatt. Details zum Förderprogramm finden Sie in der Förderübersicht unter „Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge“. Weitere Förderaufrufe werden voraussichtlich Anfang und Mitte 2027 sowie Anfang 2028 folgen. Eine Förderung für Fahrzeuge gibt es aktuell nicht.