Digitales Energiecontrolling für Kommunen

Bild: KEDi / Claudius Pflug

Wie können Kommunen ihre Gebäude effizienter betreiben und gleichzeitig fundierte Entscheidungen über notwendige Investitionen treffen? Ein strukturiertes Energiemanagement und digitales Energiecontrolling schaffen dafür eine belastbare Datengrundlage.

Dabei geht es um mehr als die reine Erfassung von Energieverbräuchen. Während die Jahresrechnung lediglich zeigt, dass Energie verbraucht wurde, kann ein digitales Energiecontrolling sichtbar machen, wann, wo und möglicherweise warum Energie verbraucht wird. So lassen sich Auffälligkeiten im Gebäudebetrieb erkennen und konkrete Optimierungspotenziale ableiten.

Praxisbeispiel: Wenn Daten zeigen, wo Energie verloren geht

Ein Praxisbeispiel verdeutlicht den Nutzen: Verbrauchsdaten zeigten, dass in einem Gebäude weder nachts noch am Wochenende eine ausreichende Absenkung des Energieverbrauchs erkennbar war. Zwar waren entsprechende Einstellungen in der Heizungsregelung hinterlegt, die Absenkung war jedoch so gering, dass sie praktisch keine Wirkung entfaltete. Gleichzeitig lagen die Raumtemperaturen konstant deutlich über 21 °C. Durch die Anpassung der Heizzeiten und eine Verringerung der Absenktemperatur konnten unmittelbar wirksame Maßnahmen abgeleitet werden.

Betriebsoptimierung statt vorschneller Sanierung

Energiecontrolling hilft damit auch, Betriebsdefizite von tatsächlichem Sanierungsbedarf zu unterscheiden. Nicht jedes Gebäude muss sofort saniert werden. Werden die Verbrauchsdaten der wärme- und kälteverbrauchenden Gebäude eines kommunalen Portfolios systematisch erfasst und vergleichbar gemacht, entsteht eine belastbare Grundlage für die Priorisierung. Eine Sanierungsstrategie macht aus einzelnen Maßnahmen einen langfristigen Fahrplan und hilft Kommunen, Investitionen dort zu konzentrieren, wo sie besonders sinnvoll sind.

Unterstützung für Kommunen

Als Energieagentur des Landes unterstützen wir Kommunen dabei, Daten als Grundlage für fundierte Entscheidungen zu nutzen – praktisch, verständlich und Schritt für Schritt. Dazu gehören die individuelle Beratung, die Plattform Kom.EMS als Werkzeug für ein strukturiertes Energiemanagement sowie unser Netzwerk für den fachlichen Austausch mit anderen Energiemanager:innen.

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KEDi-Roadshow brachte Digitalisierung und kommunale Praxis zusammen

Im Rahmen der KEDi-Roadshow drehte sich alles um Energieeffizienz durch Digitalisierung im Gebäudesektor, sowohl für mehrgeschossige Wohngebäude sowie für kommunale Nichtwohngebäude. Dafür konnten sich die Teilnehmenden in parallelen Sessions aufteilen und in speziellen Impulsen und in einem anschließenden Praxistalk vertiefend austauschen. 

Wir beteiligten uns mit dem Vortrag „Kommunale Gebäude strategisch entwickeln: Sanierungsplanung, Energiemanagement und Energiecontrolling. Wie aus Verbrauchsdaten belastbare Betriebs- und Investitionsentscheidungen werden“ und standen für die Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung. 

Eines wurde beim Thementag deutlich: Digitalisierung ist ein notwendiges Mittel zur Erreichung der Klimaziele des Gebäudesektors.

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Bild: Alexander Kuhn, Referent für Kommunales Energiemanagement bei der Energie- und Klimaschutzagentur RLP im Gespräch mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Bild: KEDi)