Carsharing 2026: Mehr Nutzerinnen und Nutzer, mehr Elektro – geteilte Autos als Treiber der Antriebswende

Grafik: Bundesverband Carsharing e.V. 2026

Die aktuelle Carsharing-Statistik 2026 des Bundesverbands Carsharing (bcs) zeigt: Carsharing wächst weiter deutlich - sowohl bei den Nutzendenzahlen als auch beim Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge. Für die Energiewende im Verkehr ist das ein wichtiges Signal, denn Carsharing erschließt breiten Bevölkerungsgruppen den niederschwelligen Zugang zur Elektromobilität.

NutzerInnenzahlen steigen deutlich

Die Zahl der beim Carsharing registrierten Fahrberechtigten hat bis zum Stichtag 1. Januar 2026 erneut kräftig zugelegt. Im Segment der stationsbasierten und kombinierten Angebote stieg die Kundenzahl um rund 11,8 Prozent auf knapp 1 Million Nutzerinnen und Nutzer. Bereits 2024 waren bundesweit über 5,5 Millionen Menschen bei Carsharing-Anbietern registriert - ein Plus von gut 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des Carsharings als Bestandteil moderner, klimafreundlicher Mobilitätsangebote.

E-Carsharing hat überdurchschnittlichen Elektroanteil

Besonders dynamisch ist der Ausbau des E-Carsharings. In den stationsbasierten und kombinierten Carsharing-Systemen waren zum 1. Januar 2026 bereits 22,1 Prozent der Fahrzeuge batterieelektrische Pkw. Damit steigt der Elektroanteil in diesem Segment erneut um 1,2 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

Für die Praxis bedeutet das: viele Menschen erleben Elektromobilität erstmals im Rahmen von Carsharing - ohne eigenes Auto, ohne hohe Einstiegskosten und ohne sich selbst um Ladetarife oder eine Heimlademöglichkeit kümmern zu müssen. Carsharing-Flotten fungieren damit als Reallabore für alltagstaugliche, geteilte Elektromobilität.

Carsharing bei Elektroquote weit vor dem Gesamtbestand

Der hohe Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge im Carsharing steht in deutlichem Kontrast zum Gesamtfahrzeugbestand in Deutschland. Während im Carsharing - je nach Segment - etwa ein Fünftel der Fahrzeuge vollelektrisch unterwegs sind, liegt der Anteil batterieelektrischer Pkw am gesamten deutschen Pkw-Bestand im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Ende 2025 entfielen rund 4 Prozent des Pkw-Bestands in Deutschland auf reine Elektroautos.

Damit ist der Elektroanteil im Carsharing um ein Mehrfaches höher als im Gesamtbestand. Aus energiepolitischer Sicht zeigt dies, dass konsequent elektrifizierte, geteilte Fahrzeugflotten ein wirksamer Hebel für Emissionsminderungen im Verkehrssektor sein können - deutlich stärker als eine langsame Elektrifizierung privater Pkw.

Carsharing reduziert den Bedarf an privaten Pkw, spart Stellplatz- und Verkehrsflächen und senkt Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen - insbesondere dann, wenn Fahrzeuge batterieelektrisch betrieben und mit erneuerbarem Strom geladen werden.

 

Quelle: bcs