Agri-PV: Energie und Ernte zusammen nutzen

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

Der Ausbau erneuerbarer Energien wird häufig als Konflikt mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen wahrgenommen. Insbesondere Photovoltaik-Freiflächenanlagen stehen in der Kritik, Böden zu beanspruchen oder das Landschaftsbild zu verändern. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine klimaneutrale Energieversorgung sowie an die wirtschaftliche Stabilität landwirtschaftlicher Betriebe. Die Agri-Photovoltaik (Agri-PV) setzt an diesem Spannungsfeld an. Sie ermöglicht die gleichzeitige Nutzung landwirtschaftlicher Flächen zur Erzeugung von Solarstrom und landwirtschaftlichen Produkten. 

Eine Agri-Photovoltaikanlage (Agri-PV) ist eine PV-Anlage, die durch eine kombinierte Nutzung von Landwirtschaft und Stromproduktion auf derselben Fläche charakterisiert ist. Dabei ist die landwirtschaftliche Produktion Hauptnutzung, während die Stromproduktion durch die PV-Anlage eine Sekundärnutzung darstellt. Im Unterschied zu herkömmlichen PV-Freiflächenanlagen ist die Agri-PV daher gleichzeitig mit z. B. dem Obst- oder Gemüseanbau möglich. 

Die doppelte Flächennutzung durch Agri-PV bietet vielfältige Vorteile für die Landwirtschaft. Die Module können Kulturen vor Hagel, Frost und extremer Sonneneinstrahlung schützen, Bodenerosionen abwenden und durch entstehende Verschattung den Feuchtigkeitsverlust reduzieren. In der Folge kann auch der Bewässerungsbedarf sinken, wodurch Wasserressourcen effizienter genutzt werden. Weiterhin ist besonders bei geschlossenen Systemen der Einsatz von Pestiziden reduziert.

Die neue Datenstory “Agri-PV” im Energieatlas informiert über Möglichkeiten und Vorteile der Agri-PV und stellt Beispiele in Rheinland-Pfalz vor.