2. Netzwerktreffen klimafreundliche Busse in Rheinland-Pfalz

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

Emissionsfreie Busse sind in deutschen Städten längst keine Seltenheit mehr. Dennoch ist die Fuhrparkumstellung auf alternative Antriebe im ÖPNV mit großen Hürden verbunden. Im Rahmen unseres “2. Netzwerktreffens zu klimafreundlichen Bussen in Rheinland-Pfalz” standen insbesondere die neue Bundesförderung zu Bussen mit alternativen Antrieben und die Antriebswende im ländlichen Raum im Vordergrund. Organisiert wurde das Treffen von der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG.

 

Aktuelles zum SaubFahrzeugBeschG

Eröffnet wurde die Veranstaltung am Standort der SWK in der Stiftswaldstraße durch Moderator Daniel Busse vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV). Nach dem Einstieg gab es Grußworte von Boris Flesch, Betriebsleiter der SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG, sowie von Mathias Paul und Dr. Andreas Neff vom Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr des Landes Rheinland-Pfalz. Daraufhin stellte die Lotsenstelle für alternative Antriebe die neuesten Entwicklungen zum Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz vor. Das Gesetz verpflichtet öffentliche Auftraggeber und Sektorenauftraggeber bei der Ausschreibung von Fahrzeugen einen Mindestanteil an sauberen Fahrzeugen zu beschaffen. Im Dashboard der NOW GmbH ist ersichtlich, dass die Beschaffungsquote für saubere Busse im 1. Referenzzeitraum nicht erfüllt werden konnte. Weitere Informationen zum Gesetz finden Sie auf unserer Themenseite.

 

Neue Bundesförderung für emissionsfreie Busse

Damit Verkehrsunternehmen und Kommunen die gesetzlichen Vorgaben erfüllen können, unterstützt das Bundesministerium für Verkehr (BMV) seit dem 27.04.2026 mit einer neuen Förderrichtlinie die Beschaffung von Bussen mit alternativen Antrieben sowie den Aufbau der Ladeinfrastruktur. Hierzu stellte Elena Mandel, Managerin Elektromobilität der NOW GmbH, den neuen Förderaufruf vor, der passend zur Veranstaltung am 26.05.2026 gestartet ist. Projektskizzen können bis zum 21.07.2026 eingereicht werden. Weitere Informationen zum Förderaufruf finden Sie auf der Website des Projektträger Jülich. Die NOW GmbH hat den Förderaufruf am 28.05.2026 vorgestellt und die Aufzeichnung zur Veranstaltung können Sie sich hier anschauen.

 

Antriebswende aus Sicht der öffentlichen Auftraggeber

Im Folgenden stellten Daniel Junghans, Bereichsleiter Verkehr & Wettbewerb der Verkehrsverbund Rhein-Mosel GmbH (VRM) und Christine Haban, Aufgabenträgermanagement bei der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) die Beschaffung von sauberen und emissionsfreien Bussen aus der Perspektive der öffentlichen Auftraggeber vor. Hierbei zeigte sich, dass in beiden Verbünden trotz häufig ländlich geprägter Räume die Vorgaben des SaubFahrzeugBeschG eingehalten werden konnten. Der VRM konnte zuletzt beim 4. Förderaufruf der abgelaufenen Bundesförderung für Busse mit alternativen Antrieben eine Förderung erhalten, die er nun an die Auftragnehmer weitergeben kann.

 

Wirtschaftlichkeit von Bussen mit alternativen Antrieben

Elektrobusse sind nach wie vor in der Anschaffung um ein Vielfaches teurer als Dieselbusse. Welche Möglichkeiten es gibt die Kosten zu senken, stellte Dr.-Ing. Matthias Rogge, Geschäftsführer der ebusplan GmbH, vor. Hierbei gibt es Möglichkeiten, wie den Busbetrieb selbst oder den Strombezug durch ein intelligentes Last- und Lademanagement zu optimieren. Aber auch andere Möglichkeiten wie die Nutzung der THG-Quote können den Batteriebus wirtschaftlich vergleichsweise lukrativer machen. Zukünftig wird durch den CO2-Preis zudem der Preis für fossile Kraftstoffe steigen und auch die neue Abgasnorm bewegt die Hersteller mehr Richtung Elektrobus. Im Anschluss hat Bernhard Ehmann, Geschäftsführer der Nahverkehrsbetriebe Birkenfeld GmbH, aufgezeigt, dass auch für mittelständische Unternehmen der Elektrobus zukünftig attraktiv sein kann. Seit Anfang des Jahres setzen die Nahverkehrsbetriebe 20 batterieelektrische Busse des Herstellers BYD. Ehmann sieht hier insbesondere bei den Anschaffungskosten Vorteile gegenüber Wettbewerbern.

 

Umstellung auf alternative Antriebe bei den Stadtwerken Kaiserslautern

Zum Schluss haben die Stadtwerke Kaiserslautern die erste Ausbaustufe für ihren Betriebshof vorgestellt. Da dies ein gemeinsames Projekt mit der Schwestergesellschaft WVE GmbH ist, präsentierte hier Raphael Lang, Innovationsmanager der SWK Stadtwerke Kaiserslautern Verkehrs-AG gemeinsam mit Felix Herrmann, Abteilungsleiter Elektromobilität & Wärme der WVE GmbH und Benjamin Hasmann in Vertretung für Tobias Grüner (beide WVE GmbH). Für die bisher beschafften 16 batterieelektrischen Busse von der Daimler Buses GmbH wurde ein Busport mit 16 Stellplätzen gebaut. Dabei wurde für die Konstruktion des Carports eine Holzbauweise gewählt mit über 500 Photovoltaik-Modulen auf dem Dach. Auch eine Dachbegrünung soll zeitnah erfolgen, da für die benötigte Fläche begrünte Ausweichflächen geschaffen werden müssen. Wie bei vielen Betriebshofumstellungen gab es auch bei den SWK Herausforderungen beim Bau der Infrastruktur, wie Rückstände von alten Fundamenten oder die Kreuzung von anderen Kabeln für Fernwärme oder Glasfaser. Am Ende konnten jedoch 16 Ladepunkte mit jeweils bis zu 150 kW Ladeleistung und einer Gesamtleistung von 1.600 kW installiert werden. Um den überflüssigen Strom der PV-Anlage zu nutzen, wurde zudem ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 800 kWh installiert. So können die batterieelektrischen Busse durch ein intelligentes Last- und Lademanagement möglichst effizienz geladen werden.  Nach dem theoretischen Input ging es dann raus auf den Betriebshof, wo sich die Teilnehmenden den neuen Busport anschauen konnten und zusätzliche spannende Infos von den Kollegen der SWK erhalten haben.

Auch 2027 ist ein weiteres Netzwerktreffen zu klimafreundlichen Bussen in Rheinland-Pfalz geplant und wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme.

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz