1. Netzwerktreffen klimafreundliche Busse in Rheinland-Pfalz

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz

Elektro- oder Brennstoffzellenbusse sind in deutschen Städten längst keine Seltenheit mehr. Dennoch ist die Fuhrparkumstellung auf alternative Antriebe im ÖPNV mit großen Hürden verbunden. Mit unserem 1. Netzwerktreffen zu klimafreundlichen Bussen konnten sich Akteure der Branche aus Rheinland-Pfalz über regulatorische, technologische und wirtschaftliche Themen rund um die Fuhrparkumstellung austauschen. Organisiert wurde das Treffen von der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit der SWT Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH.

Eröffnet wurde die Veranstaltung am Standort der SWT in der Ostallee durch Moderator Daniel Busse vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen e.V. (VDV). Nach dem Einstieg gab es Grußworte von Elmar Kandels, Geschäftsführer der SWT Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH, sowie Dr. Andreas Neff vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz und Mathias Paul vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz. Daraufhin folgte ein Überblick von der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz über das Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetz. Das Gesetz verpflichtet öffentliche Auftraggeber und Sektorenauftraggeber bei der Ausschreibung von Fahrzeugen einen Mindestanteil an sauberen Fahrzeugen zu beschaffen. Weitere Informationen zum Gesetz finden Sie auf unserer Themenseite.

Damit die vom Gesetz geforderten Fahrzeuge eingesetzt werden können, stellt der Auf- bzw. Ausbau der Infrastruktur eine Grundvoraussetzung dar. Gerade bei batterieelektrischen Bussen ist es wichtig, sich frühzeitig mit dem Netzbetreiber auszutauschen, da je nach Strombedarf zusätzliche Netzkapazität benötigt wird. Dadurch wird das Vorhaben schnell sehr komplex und benötigt eine gute zeitliche Planung. Das betonte auch Florian Schaber von der Westnetz GmbH mit seinem Vortrag „E-Mobilität trifft Netz“. Den Aufbau der passenden Ladeinfrastruktur mit entsprechendem Lademanagement thematisierte im Anschluss Thoralf Knote vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI. Dabei erläuterte er auch, wie die passende Abstellung der Busse auf dem Betriebshof erfolgen kann, damit unter anderem auch der Brandschutz eingehalten wird. Vor der Pause gab es dann für alle Teilnehmenden die Gelegenheit von ihren eigenen Projekten zu berichten. Insbesondere die Finanzierung und die politischen Rahmenbedingungen stellen dabei für viele eine Herausforderung dar.

Nachdem die Teilnehmenden in der Pause die Gelegenheit zur Vernetzung nutzen konnten, folgte ein gemeinsamer Vortrag von Elmar Kandels und Markus Hegner von der SWT Stadtwerke Trier Verkehrs-GmbH. Aktuell setzen die SWT bereits 39 batterieelektrische Busse ein und haben das Ziel bis 2034 die komplette Flotte zu elektrifizieren. Neben den Investitionskosten in Fahrzeuge und Infrastruktur mussten auch aufgrund der derzeit geringeren Reichweite der Elektrobusse die Umlaufpläne angepasst werden. Chancen sehen die SWT jedoch durch die Reduzierung von Kosten im Betrieb durch die Nutzung des selbst erzeugten Stroms der Photovoltaikanlage. Zudem wird auch das Fahrpersonal zu einem wirtschaftlichen und energieschonenden Fahrverhalten motiviert. Durch die Reduzierung der CO2-Emissionen wird ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet und auch für Fahrgäste steigt der Komfort durch die Verringerung von Lärm- und Luftschadstoffen.

Im Anschluss an den Vortrag ging es mit einem batterierelektrischen Gelenkbus zum Betriebshof der SWT in die Gottbillstraße. Dort konnten sich die Teilnehmenden ein Bild von der errichteten Ladeinfrastruktur und Photovoltaikanlage machen. Von der Trafostation ausgehend wird der Strom dabei über eine oberirdische Stromschiene in die einzelnen Ladesäulen eingespeist. Um Lastspitzen und hohe Stromkosten zu vermeiden, nutzt die SWT ein Lade- und Lastmanagement, das von Christian Rauen von der SWT AöR näher erläutert wurde. Künftig soll auch ein Batteriespeicher die Flexibilität erhöhen. Von der Ladeinfrastruktur ging es dann weiter zur Werkstatt. Dort haben die SWT unter anderem in einen Dachstand, Arbeitsmaterialien sowie die entsprechende Schulung von Mitarbeitenden investiert, um die Busse fachgerecht warten zu können.

Bereits bei unserer Online-Veranstaltung „Elektrisch, Wasserstoff, HVO – Wie fährt der ÖPNV morgen?“ wurde die Elektrifizierung der Busflotte der SWT vorgestellt. Die Veranstaltung können Sie sich in voller Länge über den Link anschauen. 

Nachdem sich die Teilnehmenden zum Ende hin noch einmal für das abschließende Gruppenfoto gesammelt haben, ging es auch schon wieder zurück zur Ostallee. Auch 2026 ist ein weiteres Netzwerktreffen zu klimafreundlichen Bussen in Rheinland-Pfalz geplant und wir freuen uns sehr über Ihre Teilnahme.

Bild: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz