10.06.2015

Zukunftsthema Wärme: Auftaktveranstaltung der Initiative „Smart Villages in Rheinland-Pfalz“ in Daun

Landrat Heinz-Peter Thiel und Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Dietmar Pitzen bei der Begrüßung

Welche Chancen ergeben sich durch den Einsatz von erneuerbaren Energien für den ländlichen Raum? Wie kann eine dezentrale Energieversorgung aussehen und welche Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung und der Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft gibt es?

Die Auftaktveranstaltung der Initiative „Smart Villages in Rheinland-Pfalz“ in Daun zeigte auf, wie Gemeinden mit zukunftsfähiger Energieversorgung gestärkt werden können.

Im Grußwort erläuterte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, dass die Energiethemen in der Region Eifel schon gut verankert seien. In den nächsten Jahren werde, so Frau Lemke, der Bereich Wärme das große Thema sein. Dies betrifft auch die privaten Wohngebäude. Passend dazu veranstaltet die Energieagentur Rheinland-Pfalz am 16. Juli 2015 ihren Kongress zum Thema: „Energiewende im Wärmesektor: Wie schaffen wir die Wärmewende in Rheinland-Pfalz?

Bereits 400 Dörfer haben laut Professor Heck bundesweit bewiesen, dass eine Energieversorgung jenseits der fossilen Energieträger möglich ist. Die Bioenergiedörfer sind Säulen der Energieversorgung. Wertschöpfende Investitionen, beispielsweise in eine Nahwärmeversorgung, anstatt Ausgaben für stetig wachsende Energieimporte gehören zu den Prinzipien „smarter“ Dörfer.

Die Initiative „Smart Villages in Rheinland-Pfalz“ könnte man (Bio-) Energiedorf 2.0 bezeichnen, so Professor Heck.Ziel der Initiative ist es, 100 bis 150 Gemeinden in Rheinland-Pfalz dabei zu unterstützen, eine starke Dorfentwicklung, beispielsweise durch dezentrale Energieversorgungssysteme anzuregen, die zu regionaler Wertschöpfung zwischen 450 Millionen und 1,5 Milliarden Euro führen könnte.

Ortsbürgermeister Schreiner stellte das Nahwärmenetz aus Ober Kostenz vor. Dadurch konnten 150.000 Liter Heizöl eingespart werden. Die Anschlussquote beträgt 70 Prozent der Haushalte. In Folge konnten Arbeitsplätze geschaffen werden, außerdem wurde die Dorfentwicklung positiv angeregt.

In der anschließenden Talkrunde haben die Referenten  Aspekte wie Unabhängigkeit von Energieimporten, Stopp des weiteren Abbaus der fossilen Energieträger und vor allem die regionale Wertschöpfung herausgestellt. Das Handwerk sei der eigentliche Profiteur der Energiewende, so Herr Bettendorf vom Umweltzentrum Energie und Nachhaltigkeit der Handwerkskammer Trier.

Die Kampagne der Energieagentur  „Cleveren Verbrauch kannst du auch“ richtet sich an Kommunen und kann diese dabei unterstützen, die Bürger zu bestimmten Themen zu informieren,  beispielsweise durch die Vorträge „Wärmeverluste müssen nicht sein“ oder „Heizen mit Holz und Sonne“.