21.02.2014

Tagungsbericht: Fachkonferenz „Kommunen aktiv für den Klimaschutz“ in Bonn

Foto: Energieagentur RLP

Die siebte Fachkonferenz „Kommunen aktiv für den Klimaschutz – Kommunale Strategien zur Klimafolgenbewältigung“ wurde am 18. Februar 2014 in Bonn veranstaltet. Eingeladen hatte der Deutsche Städte- und Gemeindebund gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, dem Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen und der Kommunalen Umwelt-Aktion U.A.N. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Einladung gefolgt.

Konsens bestand unter den Beteiligten, dass sowohl Kommunen als auch Bürgerinnen und Bürger starke Treiber von Klimaschutz- und Energiewendeprojekten sind. Grundsätzlich können Kommunen im Rahmen ihrer planungsrechtlichen Kompetenzen Voraussetzungen für die Ansiedlung von dezentralen Energieerzeugungsanlagen schaffen. Zusätzlich sind auch Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte wichtig. Hier wird es zukünftig immer wichtiger, sowohl kommunale als auch bürgerliche Partizipationsmodelle zu entwickeln. In diesem Zusammenhang wurde das rheinland-pfälzische Modell des Solidarpakts für Windkraft als vorbildlich erwähnt.

Jochen Flasbarth, der frühere Präsident des Umweltbundesamtes in Berlin, sagte, der Umbau der Energieversorgungssysteme lasse keine Tempoverringerung zu. Die Industrieländer befänden sich noch nicht auf dem Weg, durch ihre Maßnahmen die Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze erreichen zu können. Seine konkrete Forderung: Der Wärmesektor müsse stärker betrachtet werden. Dazu könnten mit Mitteln der Städtebauförderung zusätzliche Gebäudesanierungsprogramme aufgelegt werden. 

Die Konferenz bot auch Raum für die Vorstellung von beispielhaften kommunalen Strategien zur Klimafolgenbewältigung: Die Stadt Syke (Niedersachsen) hat im Rahmen eines Modellvorhabens durch eine Verzahnung von Stadtentwicklung, Klimaschutz und Anpassungsstrategien einen Aktionsplan erstellt. Eine starke Einbindung von Bürgern und ein starker Umsetzungs- und Praxisbezug zeichnen dieses Beispiel aus. In Espelkamp (Nordrhein-Westfalen) konnten mit einer Steuerung der Beleuchtung und Umstellung auf hocheffiziente LED erhebliche Stromeinsparungen in einer Schule verzeichnet werden. Zu den positiven finanziellen Auswirkungen kommen die vermiedenen CO2-Emissionen dazu.

Am Beispiel eines Freibads wurde eine gelungene Kooperation zwischen Kommune und Bürgerschaft aufgezeigt. Ein bürgerschaftlicher Förderverein hat das Freibad von der Stadt gepachtet, um es weiter zu betreiben. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb war, dass die Wärme einer nahegelegenen Biogas-Anlage genutzt werden konnte. Der Biogasanlagenbetreiber stellt die Wärme, die er sonst nicht hätte nutzen können, zu sehr günstigen Konditionen bereit.