23.09.2015

PEDELECFAHRER ENTDECKEN ERNEUERBARE ENERGIEN RUND UM DIE GRÜNE HÖLLE

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hat anlässlich der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ zu einer rund 30 km langen Elektrofahrrad-Tour eingeladen. Das Regionalbüro Eifel-Ahr hat die Tour mit Unterstützung der RWE AG, ADFC e.V. und VCD e.V. organisiert. Am Samstag informierten sich knapp 30 Pedelec-Begeisterte und Wirtschaftsstaatssekretär Uwe Hüser entlang der Vulkan-Rad-Route-Eifel von Kelberg bis zum Nürburgring über den Stand der Energiewende in der Region. Der Fokus lag auf Elektromobilität und Erneuerbaren Energien.

In Kelberg öffnete der Ortsbürgermeister den Bauhof und berichtete über die Betriebsdaten der bereits seit einigen Jahren bestehenden PV-Anlage auf dem Dach. Die Anlage wird sich in ein paar Jahren amortisiert haben.

Das Höhenprofil des Radwegs war abwechslungsreich: So konnten die Teilnehmer den kräftigen Elektromotor-„Rückenwind“ selbst erleben. An einem Gasthof am Radweg gab es einen interessanten Vortrag des ökologischen Verkehrsclub (VCD) Rheinland-Pfalz zur Elektromobilität. Zentrales Ergebnis: „Elektromobilität hat gerade im ländlichen Raum ein großes Potential. Dies gilt nicht nur im Individualverkehr sondern auch im ÖPNV, sagte Fabienne Pradella vom VCD. Beim Zieleinlauf am Nürburgring gab es freudige Gesichter. Dort angekommen konnten die Teilnehmer einen neuen Elektro-Tretroller für Erwachsene ausprobieren.

An Biomasse als Energielieferant hat die grüne Hölle ausreichend zu bieten. Da liegt es nahe, dass die RWE mit der Holzhackschnitzel-Heizanlage die Nah-Wärmeversorgung der meisten Liegenschaften im Umfeld des Motorsportzentrums übernimmt. Im Showroom sowie bei der Besichtigung der Anlagenkomponenten erläuterten Vertreter der OIE Idar-Oberstein die Technik. Der 2.000 kW Biomassekessel wird im Jahr mit etwa 2.500 t Holzhackschnitzel befeuert. Die CO₂-Einsparung durch den Einsatz des Biomassekessels wurde mit 1.600 t pro Jahr beziffert.

Die Pedelec-Tour führte wieder zurück über Müllenbach, wo die Gruppe beim Ortsbürgermeister Halt machte, der die Herausforderungen und Chancen seiner Kommune bei der Windkraftplanung und die Suche nach geeigneten Investoren erläuterte. Der Beitrag der erneuerbaren Energien in der Verbandsgemeinde ist im Vergleich zur Nachbargemeinde noch gering. Das soll sich aber ändern. Nach Errichtung von zwei bis drei Windanlagen auf den Kuppen Richtung Nürburgring, beabsichtigt die Ortsgemeinde, den Bürgern einen Ausgleich zu gewähren.

Kurz vor einem Schauer traf die Gruppe nach etwa sechs Stunden wieder am Startpunkt in Kelberg ein. Das Fazit: In den ländlichen Gemeinden gibt es durchaus gute Ansätze auf dem Weg zur Energiewende. Und gerade mit Elektrofahrrädern ist es möglich, sich die hügelige Eifellandschaft neu zu erschließen.