01.12.2016

Nachbauen ausdrücklich erlaubt und gewünscht

Nachhaltige Bauweise

Bad Neuenahr-Ahrweiler, 01.12.2016: Das Aktivhaus in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist  gedacht als Modellprojekt und zeigt auf, wie Nachhaltigkeit, Verwendung einheimischer Rohstoffe und Energieeffizienz miteinander kombiniert sind. Alle Einzelkomponenten der Planung und Errichtung sind ausgewiesen und der Nachbau des Objektes prinzipiell für jeden möglich und vom Bauherren erwünscht. Wichtige Kriterien für den Hausbau sind Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit  gewesen.

Besonders die Verwendung nachwachsender und natürlicher Baustoffe, die Minimierung der Transportwege durch Rückgriff auf regionale Stoff- und Wirtschaftskreisläufe sowie die Reduzierung der Oberflächenversiegelung durch Stelzenbauweise sind wesentliche Merkmale des Hauses, das im Jahr 2006 errichtet wurde. Das Hauskonzept des Holzhauses sieht einen Niedrigenergiestandard vor, unter anderem mit einer 34 cm starken Rundum-Dämmung, dreifachverglasten Holzfenstern mit gedämmten Rahmen, einem Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung. Um die Energieeffizienzwerte von Aktiv- oder Passivhäusern zu erreichen, werden häufig sehr energieintensive Dämmstoffe auf Erdölbasis verwendet. Beim vorliegenden Projekt wurde mit dem Wärmedämmstoff Hanf – wie auch beim Hauptbaustoff Holz – ebenfalls ausschließlich ein nachwachsender Rohstoff verwendet. Beim Wandputz wurde mit den ebenfalls natürlichen Baustoffen Lehm und Stroh ein gesundes Wohnumfeld geschaffen, welches auch für Allergiker geeignet ist und somit wohnbedingte Krankheiten und deren Folgen reduziert. Der Lehmputz wurde vor Ort aus regionalen gewonnenen Rohstoffen (Lehm, Rheinsand, Wasser) hergestellt.

Auf dem Gebäudedach ist zudem eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 13,32 Kwp installiert: So wird mit dem Gebäude wesentlich mehr Energie erzeugt, als dessen Nutzung benötigt. Der Energieverbrauch zur Warmwassererzeugung wird durch die Verwendung einer solar betriebenen Warmwasseranlage mit einem 300 l-Pufferspeicher deutlich reduziert und geschieht bei Bedarf ergänzend tagsüber mit dem durch die PV-Anlage erzeugten Strom.

Um anderen Bauwilligen die Nachahmung zu erleichtern, beispielsweise  durch die Ersparnis des enormen Planungsaufwands,  wurde das Projekt detailliert dokumentiert. Durch die verwendeten Materialien, die Art der einzelnen Gewerke sowie deren zeitlicher Planung war ein hoher Anteil an Eigenleistung bei diesem Projekt angestrebt und konnte praktisch realisier werden. Das kann für potenzielle Nachahmer ein zusätzlicher Anreiz kann.

Alle Einzelkomponenten der Planung und Errichtung sind ausgewiesen und der Nachbau des Objektes prinzipiell für jeden möglich. Vom Holzkompetenzzentrum Rheinland wurde das Projekt gewürdigt als `Referenzstandort für die vorbildliche Verwendung von Holz´ und ist Opens external link in new windowöffentlich dokumentiert.