13.10.2016

Hat Elektromobilität in ländlichen Regionen eine Chance ?

Elektro-Auto in Daun

Trotz Förderangeboten beherrschen weiterhin Skepsis und Vorurteile die derzeitige Diskussion. Im Vortrag wurden Fragen zur Wirtschaftlichkeit, Ladeinfrastruktur, Batterietechnik und zur Reichweite aufgeworfen und auch beantwortet. Aber auch neueste Entwicklungen, Geschäftsmodelle und Serviceleistungen standen auf dem Programm. Angesprochen wurden zudem Carsharing-Lösungen oder die Infrastruktur wie sie innogy bereitstellen möchte. Der Großteil des Publikums musste allerdings nicht mehr von den Zukunftschancen der Elektromobilität überzeugt werden. So gab es auch aus dem Publikum handfeste Erfahrungswerte zur Nutzung von Elektrofahrzeugen. Detailfragen insbesondere zur rasanten Entwicklung in E-Mobilitätssektor konnten geklärt werden.

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz wird im November die nächste Veranstaltung der Reihe „Trierer Werkstatt Elektromobilität“ organisieren. Zielgruppe sind hier Kommunen und auch Unternehmen, die jeweils eigene E-Fahrzeuge vorhalten und nutzen. Mit Erfahrungsberichten aus dem kommunalen Bereich möchte man konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. In diesem Zusammenhang wurden erste Erkenntnisse in den Kommunen abgefragt.

Die RWE unterstützt die umweltschonende Technologie in Kommunen. Sie stellte der Verbandsgemeinde Daun für zwei Wochen im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit einem Automobilhersteller ein Elektrofahrzeug bereit. Dieses kam bei Dienstfahrten innerhalb der Verbandsgemeinde zum Einsatz, lief also im Fuhrpark der Verbandsgemeinde mit.  Mit einer Akkuladung konnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Praxistest machen. Bis zu 200 Kilometer reichte die Akkuladung. Kurze Strecken innerhalb des Kreises oder Einsätze im dichten Straßenverkehr – für kaum ein Einsatzgebiet lohnt sich E-Mobilität mehr als für Kommunen. Büroleiter Arnold Schneider erläutert, warum die Verbandsgemeinde Daun sich für den Test des Elektrofahrzeuges entschieden hat: „Kurze Strecken eignen sich hervorragend für den Einsatz dieser umweltschonenden Antriebsart. Die Bedeutung der Elektromobilität wird in Zukunft weiter deutlich zunehmen“.

Im April übergab Herr Bürgermeister Klöckner an die Abwasseranlagen der VG Daun ein E-Auto. Seitdem konnte im praktischen Test wertvolle Erfahrungen mit Elektromobilität gesammelt werden. An der Kläranlage in Daun werden bereits jährlich 100.00 KWh durch die Nutzung des Faulgases über ein BHKW selbst erzeugt. Mit diesem Strom wird auch das Elektroauto über die bereitgestellte Ladesäule gespeist. Das Fahrzeug ist täglich überwiegend bei Kontrollfahrten und Baustellentermin im Einsatz und man hat bisher etwa 8000 km damit zurückgelegt. Der Werkleiter der Eigenbetriebe Anton Schmitz stellt die Wirtschaftlichkeit bei unterschiedlicher km-Leistung dar: „Bei einer unterstellten jährlichen Fahrleistung von 15.000 km liegen die Aufwendungen beim E-Auto bei 0,45 € und beim vergleichbaren Dieselfahrzeug bei 0,39 € je gefahrener Kilometer. Bei 30.000 km ist der Aufwand beim E-Auto mit 0,23 € je gefahrener Kilometer etwas höher als beim Dieselfahrzeug mit 0,20 € je km“. Das Fahrzeug soll eine wirtschaftliche Alternative zur Beschaffung von Dieselfahrzeugen darstellen. Rechnerisch nachweisbar ist, dass über die Nutzungsdauer der Fahrzeuge CO2 eingespart wird.