26.11.2015

Erneuerbare Energien für die Stadtwerke Sinzig

Dr. Ralf Engelmann, Referent der Energieagentur Rheinland-Pfalz berichtet bei der Werksausschusssitzung

Bad Neuenahr-Ahrweiler, Sinzig, 25.11.2015: Die Stadtwerke Sinzig wollen zukünftig den Strombedarf für den Anlagenbetrieb weitestgehend mittels regenerativen Energien decken. Im Frühjahr und Sommer fanden Begehungen von einzelnen Standorten mit Referenten der Energieagentur Rheinland-Pfalz statt. Dadurch war eine erste Einschätzung möglich, für welche Standorte eine Detailanalyse und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sinnvoll ist. Dr. Ralf Engelmann, Fachreferent Solarenergie, Geothermie und Speichertechnologie der Energieagentur Rheinland-Pfalz erläuterte dies im Rahmen der Werksausschusssitzung der Stadtwerke Sinzig.

Derzeit gibt es zwei mögliche Geschäftsmodelle, Eigenverbrauch des Photovoltaik-Stromes oder eine 100 %ige Einspeisung. Auch wenn die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage bei 100%iger Einspeisung gegeben wäre, gibt es gute Gründe für den Eigenverbrauch: weniger Netzbezug, Unabhängigkeit von den Strompreissteigerungen, gleichbleibende Solarstromkosten über 20 Jahre.

 Am Beispiel der Fläche der Entsäuerungsanlage zeigte Dr. Engelmann auf, dass die Fläche für eine 30 bis 45 kWp-Anlage ausreicht, deren Strom vollständig im eigenen Betrieb vor Ort verbraucht werden kann. Die PV-Stromgestehungskosten liegen je nach Anlagengröße bei etwa 8 bis 10 €-Cent/kWh, dazu kommt anteilig die EEG-Umlage auf den eigenverbrauchten Strom. Die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage im Eigenverbrauch ist abhängig von den Strombezugskosten, der Höhe der zu zahlenden EEG-Umlage und den Eigenverbrauchsanteil.

 Für das Außenlager an der Kölner Straße wäre eine Aufdach-Anlage realisierbar. Hier könnte auch eine Einspeisung ins Netz und die damit verbundene EEG-Vergütung angedacht werden. Bei dem Dach handelt es sich um einen Unterstand für Geräte und Auto, vor der Installation einer PV-Anlage sollte hier die Statik des Daches geprüft werden. Die leichte Dachneigung nach Norden kann durch eine Aufständerung der PV-Anlage ausgeglichen werden, somit ist eine optimale Ausrichtung der Anlage nach Süden bei einer Inklination von 30 bis 45 ° möglich. Durch die Nähe des Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke ist auch hier ein hoher Eigenverbrauch vor Ort gesichert.

 Heute erlebt man einen Paradigmenwechsel in der Photovoltaik, so Ralf Engelmann. Vor 5 Jahren investierte man in große PV-Aufdachanlagen, weil diese sich über die EEG-Einspeisevergütung finanziell etabliert haben. Heute werden Anlagen auf die Dächer installiert, die optimal auf den Endverbraucher abgestimmt sind. Es steht nicht mehr die Größe der Anlage im Vordergrund, sondern der Anteil des vor Ort selbst verbrauchten PV-Stroms.

 Eine Alternative zur Photovoltaik an Standorten, bei denen wenig Fläche zur Verfügung steht, könnten Kleinwindkraftanlagen sein. Deren Wirtschaftlichkeit ist unter anderem von der Windhöffigkeit am Standort abhängig. Sowohl die Stromgestehungskosten als auch die Investitionskosten sind jedoch höher als bei Photovoltaikanlagen.