25.11.2016

Energiekarawane in Kempenich – kostenfreie Energieberatung angelaufen

Stronfresser im Keller ? Alte ungeregelte Heizungspumpe.

Kempenich schließt sich der Energie-Karawane an. In Zusammenarbeit mit dem Regionalbüro der Energieagentur Eifel-Ahr werden im Rahmen der landesweiten Aktion für Kommunen unabhängige Energieberater zu den Hausbesitzern vermittelt um diese kostenfrei zum Thema energieeffizientes Sanieren zu beraten. Das Ziel ist klar. „Es gilt den privaten Heizwärmebedarf aus Klimaschutzgründen zu reduzieren. Die Energiekarawane möchte zu energetischen Modernisierungsmaßnahmen beraten und zur Umsetzung motivieren. Und dies zu Hause, um auch individuelle Fragen zu klären", so Edgar Johann, Regionalreferent der Energieagentur.

„In Kempenich sind viele Häuser aus den Baujahren 1960 bis 1980. Dort sind die energetischen Einsparpotenziale besonders hoch", begründet Ortsbürgermeister Stefan Friedsam die Auswahl der Gebäude, die auf Daten der Verbandsgemeindeverwaltung basiert. „Oft lässt sich bereits durch einfache Veränderungen viel erreichen, was mittelfristig sowohl den Geldbeutel als auch die Umwelt entlastet", erläutert Energieberater Manfred Lamberz, der die Energiekarawane in Kempenich und Umgebung betreut.

Die Hausbesitzer erhielten im Herbst in einem persönlichen Schreiben des Bürgermeisters Informationen über die Energiekarawane und die kostenfreie Beratungen im Haus. Der Energieberater stellt den Kontakt zu den Eigentümern her und vereinbart Beratungstermine. In einem ersten Check der Häuser vom Keller bis zum Dach werden energetische Schwachstellen aufgezeigt und erklärt, mit welchen Maßnahmen diese behoben werden können. Die Haustechnik und die Gebäudehülle stehen so im Fokus der Beratung. Dazu gehören Sanierungsmöglichkeiten, alternative Heizsysteme aber auch leicht und schnell umsetzbare Maßnahmen, wie etwa die Dämmung der Kellerdecke oder der Austausch einer ineffektiven Heizungspumpe. Zudem wird auf geeignete Fördermittel hingewiesen, die der Hausbesitzer zur Sanierung in Anspruch nehmen kann.

Einzelmaßnahmen wie beispielsweise Isolierung, neue Heizungsanlage oder Komplettsanierungen und Fotovoltaik werden im Gespräch erörtert. „Es ist wichtig an der Quelle nachzuschauen, wo Energie ‚rausgeblasen‘ wird, wo Energie ungenutzt an Fenstern, Türen, Rollladenkästen ins Freie dringt“, so Lamberz.
In der Region wurde früher oftmals mit Tuffstein gebaut. Die Außenwände wurden nicht weiter verputzt, da die Struktur der Wandoberfläche dies erübrigte. Ein Wärmedämmverbundsystem würde die Ästhetik dieser Gebäude grundsätzlich verändern, weshalb hier oftmals „Schönheit vor Energieeinsparung“ geht, zumal auch die Tür- und Fensterlaibungen meist in Basalt oder Granit hergestellt wurden.

Manfred Lamberz, der Energieberater zieht Zwischenbilanz für Kempenich: „Den Bürger, die das Angebot genutzt haben, konnte die Energieberatung weiterhelfen“. Er schildert seine Erfahrungen: „Grundsätzlich finden es alle gut, dass die Gemeinde den Menschen beim Energiesparen helfen möchte. Viele kannten das Einsparpotenzial ihrer Gebäude nicht und waren begeistert, dass selbst in neueren Gebäuden noch lohnende Einsparpotenziale zu finden sind, die in aller Regel sogar mit wenig Geld realisiert werden können. Einige der Hausbesitzer waren für Tipps dankbar, an die sie eigentlich so noch nicht gedacht hatten“.

So wurden folgende Maßnahmen vorgeschlagen: Kellerdeckendämmung, Dämmung der Speichertreppe, Steuerung der Zirkulationspumpe mittels Zeitschaltuhr oder Warmwasserbereitung mit einer thermischen Solaranlage, damit die Heizung in den Sommermonaten abgeschaltet werden kann. Die Amortisationszeit spielt hier eine gewichtige Rolle, gerade bei Eigentümern in fortgeschrittenem Alter. Oft werden Energieberater mit dem Hinweis konfrontiert: „Ich bin schon über 65, das Haus zu dämmen lohnt sich nicht mehr für mich." Mit diesem verbreiteten Argument müssen sich die Energieberater häufig auseinandersetzen und können es vor Ort in der Regel auch entkräften, falls die Gebäude in der Familie verbleiben oder die Wertsteigerung des Gebäudes durch die Sanierungsmaßnahmen erkannt wird. Aufgrund der Beratung im Rahmen der Energiekarawane sind für Gebäude umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und Vorort-Beratungen (gefördert durch die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) geplant, bei dem auch die „Altersfrage“ eine große Rolle spielt. Eine umfangreichere Sanierung muss individuell auf das Gebäude abgestimmt sein, auch auf persönliche Wünsche und auf den Geldbeutel.