24.09.2016

Elektrisch unterwegs auf zwei Rädern

30 Teilnehmer der Ahrtaltour pedalieren für die Energiewende

Zum Abschluss der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ (er)fuhren Radler mit Pedelecs den Koisdorfer Berg, das Ahrtal und hervorragendes Bauen. E-Bikes sind derzeit voll im Trend. Vor der Kauf-Entscheidung sollte eine Probefahrt stehen, denn es gilt einiges zu beachten. Die E-Bike-Tour des Regionalbüro Eifel-Ahr war so eine Gelegenheit ein Pedelec auch mal am Berg auszuprobieren und auf einer längeren Strecke.
„Ich will zukünftig aus Umweltschutzgründen öfters mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, möchte aber nicht verschwitzt ankommen“, meinte ein Teilnehmer, der die Tour als Probefahrt nutzte. Elektromobil unterwegs zu sein entlastet die Umwelt – es werden weniger schädliche Treibhausgase ausgestoßen. Wer dann noch Ökostrom für die Akkuladung nutzt hat noch mehr für den Klimaschutz getan.

Öffnet internen Link im aktuellen FensterEindrücke der gelungenen Tour finden Sie in der Fotogalerie.

Gut für's Klima sind auch die vorbildlichen Häuser, die die Radgruppe besuchte. In Sinzig-Koisdorf erhielt das KfW-40-Haus der Familie Krause/Steinmetzler die Auszeichnung der Energieagentur für besonders energieeffiziente Gebäude, „H.ausgezeichnet“. Das Haus von Doris Steinmetzler und Torsten Krause wurde vom Architekten Hans Hoppe aus Sinzig geplant und ist ein Energiegewinnhaus. Beheizt und gekühlt wird es über eine Wärmepumpe, die Photovoltaikanlage erzeugt den Strom dafür. „Wir würden sofort wieder so bauen“, so Herr Krause.
Architekt Michael Unger berichtete bei dem nächsten Stopp über den Umbau seines Hauses und den Einbau moderner Heiztechnik und einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. „Interessant für mich war, was man alles im Bestand machen kann, z.B. die Erdsondentechnik für die Vorerwärmung der Luft“, fasste Michael Unger sein Motiv für den Umbau des eigenen Hauses zusammen. Der dem bestehenden Haus vorgesetzte Anbau ist ein Holzständerbauwerk. Auch in diesem Haus ist eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut.

Auch Familie Schumacher in Heimersheim ist mit ihrem Passivhaus sehr zufrieden. „Unsere Photovoltaikanlage hat jetzt im Sommer drei Mal mehr Energie produziert, als wir brauchen“, so Herr Schumacher, der zusammen mit Architekt Udo Heimermann das Passivhausprinzip und die Technik des Hauses vorstellte. Der Energieausweis zeigt: das Haus ist (fast) ein Null-Energie-Haus. Udo Heimermann wies auf die in 2021 wirksam werdenden Vorschriften hin, nach denen die Neubauten „nearly-zero“ Häuser sein müssen. Klug ist derjenige, der heute schon nach diesen Standards baut. Auch netzunabhängige Häuser sind möglich und bereits durch Herrn Heimermann gebaut.

„Wir sind ganz begeistert darüber, diese verschiedenen Häuser gesehen und erklärt bekommen zu haben“, freuten sich Teilnehmer.

Ahraufwärts führte die Pedelec-Tour dann zum Weingut Kriechel nach Walporzheim. Die eigene Photovoltaikanlage versorgt das Weingut mit Sonnenstrom. Das größte private Weingut an der Ahr wird in der dritten Generation betrieben. Stefanie Kriechel war maßgeblich daran beteiligt, eine große Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Winzerei zu installieren. „Bei unserem hohen Energiebedarf für Weinproduktion und Kühlung war es uns wichtig, den Strombedarf durch regenerative Energie zu decken“, so die Familie Kriechel.

Vielleicht kommt ja auch der Strom für die Akkus der Pedelecs von regenerativ erzeugtem Strom. Eine begeisterte Teilnehmerin erklärte, sie sei sehr gut mit dem Pedelec zurecht gekommen. „Ich würde mir auf jeden Fall eines kaufen“, war ihr Resümee.

Umweltbewußt war auch die Rückfahrt der Teilnehmer nach Remagen gestaltet: die Gruppe nutzte die Ahrtalbahn.