04.02.2016

"Cleveren Verbrauch kannst du auch"

Ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz: Passivhaus in Holzständerbauweise

Die Kommunen im Landkreis Ahrweiler können Vorträge für ihre Bürger aus verschiedenen Modulen der Energiesparkampagne „Cleveren Verbrauch kannst du auch“ der Energieagentur Rheinland-Pfalz anfordern. Behandelt wird beispielsweise die Frage, ob sich Photovoltaik heute noch lohnt oder wie man seine Heizkosten in bestehenden Gebäuden halbieren kann. Und wer heute ein neues Haus baut, muss den Wärmebedarf in unterschiedlichem Umfang aus regenerativen Energien decken. Das Regionalbüro Eifel-Ahr informierte bereits in mehreren Veranstaltungen über Energieeffizientes Bauen.

Energieeffizientes Bauen und Sanieren
Um die Klimaschutzziele von Bund, Ländern und Kommunen zu erreichen, spielt die Energieeffizienz von Gebäuden eine große Rolle. Energieeffizientes Bauen trägt zu einem erheblichen Ausmaß dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und damit einen AKTIVEN Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die privaten Haushalte tragen mittlerweile mit etwa 29 % zum Endenergieverbrauch in Deutschland bei. Bezogen auf einen privaten Haushalt werden etwa 80 % des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser verwendet. Bei unsanierten Bestandsgebäuden entweicht sehr viel Raumwärme durch Außenbauteile wie Dach, Wände, Kellerdecke bzw. Bodenplatte und Fenster.

Gesetzliche Mindestanforderungen
Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt nur Mindestanforderungen an die energetische Qualität der Gebäude vor. Dort ist geregelt, dass  Wohngebäude so auszuführen sind, dass der Jahres-Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und Kühlung den Wert des Jahres-Primärenergiebedarfs eines Referenz-gebäudes gleicher Geometrie, Gebäudenutzfläche und Ausrichtung nicht überschreiten darf. Eine weitere Kennzahl nach EnEV ist der Transmissionswärmeverlust. Dieser beschreibt die Qualität der thermischen Hülle; je niedriger der Wert, desto besser ist die Dämmung. Der höchstzulässige Jahres-Primärenergiebedarf sinkt ab 01.01.2016 für Neubauten um 25 % im Vergleich zum aktuellen Stand der EnEV 2014.

Die EU-Richtlinie 2010/31/EU dient der Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz der Gebäude in der Europäischen Union. Der Artikel 9 der EU Richtlinie sagt, dass ab 31. Dezember 2020 alle neuen Gebäude „Niedrigstenergiegebäude“ sein müssen, Gebäude der öffentlichen Hand bereits ab 31. Dezember 2018. Der Ausdruck „Niedrigstenergiegebäude“ im Sinne der Richtlinie bezeichnet ein Gebäude, „das eine sehr hohe […] Gesamtenergieeffizienz aufweist. Der fast bei Null liegende oder sehr geringe Energiebedarf sollte zu einem ganz wesentlichen Teil durch Energie aus erneuerbaren Quellen […] gedeckt werden.“ (Artikel 2 der EU-Richtlinie 2010/31/EU)

Unsere Empfehlung:
Wer vorausschauend plant, baut heute nach den Energiestandards von Morgen, sinnvollerweise fossilfrei und CO2 neutral. „Niedrigstenergiegebäude“ sind in Deutschland längst Stand der Technik und wirtschaftlich zu errichten. Energieeffizient Bauen ist eine steuerfreie Geldanlage, die im Alter durch ersparte Energiekosten wie eine Zusatzrente wirkt.