18.01.2016

Brohltal: Förderung für Erwerb und Sanierung alter Gebäude in Ortskernen

Petra Kardinal informiert Bürgermeister Johannes Bell über die festgelegten Fördergebiete in den Ortsgemeinden. Foto: VG Brohltal

In der Verbandsgemeinde Brohltal ist der Bevölkerungsrückgang gegenwärtig im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen relativ gering. Dafür sprechen unter anderem die verkehrsgünstige Lage des Brohltals zu den Ballungsräumen, die günstigen Baulandpreise, intakte Dorfgemeinschaften, das Engagement der hier lebenden Menschen und Unternehmern, familiäre Strukturen sowie die an vielen Orten noch relativ unberührte Natur.

Dennoch gibt es im Brohltal heute auch schon leer stehende Gebäude oder solche, in denen nur noch eine oder zwei Personen leben. Es ist abzusehen, dass künftig im Zeichen des demografischen Wandels gerade in den Ortskernen weitere Häuser unbewohnt bleiben. Denn in den meisten Fällen ziehen Bauwillige das Haus im Neubaugebiet auf der grünen Wiese am Ortsrand einer Altbausanierung vor. „Um einen weiteren Attraktivitätsverlust der Ortskerne durch zunehmende Leerstände zu vermeiden und ihrer Entwertung vorzubeugen, hat die Verbandsgemeinde Brohltal das Förderprogramm „Leben im Ortskern“ zu Beginn des Jahres 2016 gestartet“, so Bürgermeister Johannes Bell bei der Vorstellung des Förderprogramms.

Das neue Programm zielt auf eine Belebung der Ortskerne ab und versucht einer Verödung der Dorfzentren und damit auch einem Wegbrechen sozialer Strukturen wirksam zu begegnen. Es wird ein finanzieller Anreiz zum Bau oder Erwerb von Gebäuden innerhalb der Ortskerne geschaffen. Dies bezieht sich auf Wohngebäude und kleingewerblich genutzte Gebäude, die vorrangig eigen genutzt, aber auch vermietet werden können.

Für das Jahr 2016 stehen im Haushalt der Verbandsgemeinde Brohltal 25.000,- Euro an Fördermittel bereit. In den einzelnen Ortsgemeinden wurden im letzten Jahr die maßgeblichen Fördergebiete in den Ortskernbereichen durch die jeweiligen Räte festgelegt. In diesen Gebieten sind der Erwerb und die Sanierung alter Bausubstanzen, eine Bebauung von Baulücken (zuzüglich Grunderwerb) und der Abriss alter Gebäude und Neubau an gleicher Stelle förderfähig. Außerhalb der festgesetzten Fördergebiete können auch Einzelvorhaben innerhalb der bebauten Ortslage gefördert werden, wenn diese nachweislich im Jahr 1950 oder früher errichtet wurden.

Die Förderung muss vor Beginn der Maßnahme einmalig beantragt werden. Jährlich können 1.000 Euro als Zuschuss für die Dauer von fünf aufeinander folgenden Jahren gewährt werden. Bei eigen genutzten Wohngebäuden verlängert sich der Förderzeitraum um ein weiteres Jahr je Kind (bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres) auf maximal acht Jahre. Wird im Förderzeitraum ein Kind geboren, so kann die Förderung auf Antrag um ein Jahr je Kind auf maximal acht Jahre verlängert werden.

Förderfähig sind Maßnahmen, deren Gesamtkosten mindestens 80.000 Euro betragen. Eigenleistungen werden bis zu einer Höhe von 20 Prozent der Bausumme anerkannt. Die Finanzierung der Maßnahme muss gesichert sein und nachgewiesen werden. Eine gleichzeitige Förderung mit anderen öffentlichen Mitteln ist zulässig.

Der Antrag auf Gewährung eines Zuschusses ist bei der Verbandsgemeinde Brohltal, Kapellenstraße 12, 56651 Niederzissen vor dem Erwerb einer Immobilie bzw. vor Maßnahmenbeginn einzureichen. Mit der Maßnahme darf umgehend nach der Mittelbeantragung begonnen werden.

Im Bauberatungszentrum der Verbandsgemeindeverwaltung Brohltal ist Frau Petra Kardinal für die Bearbeitung der Anträge zuständig. Sie erteilt gerne persönlich Auskünfte unter Tel. 02636/9740-503 oder petra.kardinal(at)brohltal(dot)de. Die Förderrichtlinien und ein Antragsformular sowie weitere Infos kann man sich im Internet unter Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.brohltal.de  herunterladen.