Kooperationsmodelle von Energiegenossenschaften

Das Ziel von Kooperationen ist, sich gegenseitig mit spezifischen Kompetenzen und Stärken zu unterstützen. Gemeinsam lassen sich neue Wege gehen, von denen beide Seiten profitieren können. Im Folgenden werden einige Kooperationsmodelle vorgestellt.

Energiegenossenschaft und Kommune

Grundlage können gemeinsame Ziele sein: Eine dezentrale Energieversorgung mit erneuerbaren Energien, die mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringt und lokal einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Energiegenossenschaften können Partnerschaften mit Kommunen dazu nutzen, mehr Bürger zu erreichen. Die Kommune kann Dächer bereitstellen, und im Gegenzug günstig Ökostrom beziehen. Sie kann die Genossenschaft infrastrukturell unterstützen (Räume, Dienstleistungen) und sich selbst an der Genossenschaft beteiligen.

Energiegenossenschaft und Stadtwerke

Beide sind lokal verbunden und engagiert und wollen – je nach Ausrichtung des Stadtwerkes – die Energiewende vor Ort aktiv gestalten. Kooperationsmöglichkeiten sind z.B. ein gemeinsames Stromprodukt oder die gemeinschaftliche Realisierung von Projekten. Auch die direkte Beteiligung einer Energiegenossenschaft an Stadtwerken oder einem gemeinsamen Tochterunternehmen ist ein mögliches Szenario.

Beteiligung an Dachgenossenschaften

Dachgenossenschaften tragen dank gebündelter Nachfragen und Aufgaben zu effizienten Lösungen der Energiebeschaffung und -versorgung bei. Aktuelle Beispiele sind die Bürgerwerke eG, die Regionalstrom Franken und die „BioEnergieService Marburger Land“ – ein Einkaufsverbund von Energiegenossenschaften und einem Stadtwerk.

Kooperation mit Wohnungsgesellschaften

Projekte, insbesondere mit Wohnungsgenossenschaften oder kommunalen Wohnungsunternehmen, sind ein Bereich mit viel Potential doch wenig Praxisbeispielen. Vereinzelt sind gemeinsam Mieterstrommodelle und Effizienzmaßnahmen realisiert worden. Im Experteninterview spricht Stephan Gerwing vom Verband der Südwestdeutschen Wohnungsgesellschaft (VDW) über Gründe und zukünftige Perspektiven.

Forschungseinrichtungen und Firmen

Ein großes Thema wird die Kooperation mit fachkundigen Partnern oder Forschungseinrichtungen sein. Häufig lassen sich durch die Mitarbeit in Forschungsprogrammen Mittel akquirieren, die für die Entwicklung von innovativen Geschäftsmodellen nützlich sind. Bei der Entwicklung von Smart-Grids, Prosumer-Modellen und Konzepten für ein intelligentes Lastmanagement versprechen Gemeinschaftsprojekte mit IT-Firmen große Vorteile.

Banken

Einige genossenschaftliche Banken haben selbst Energiegenossenschaften initiiert bzw. sind daran beteiligt. Ein Beispiel ist die VR Energiegenossenschaft Südpfalz in Landau. Banken können professionell bei der Projektfinanzierung unterstützen, ihr kaufmännisches Know-how einbringen, administrative Aufgaben übernehmen und haben vor Ort meist sehr gute Kontakte.