Erneuerbare Energien mit dem E-Bike entdeckt

Westerwald Energy Tour

Foto: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Jürgen Schulzki

Die Energieagentur Rheinland-Pfalz hatte im Rahmen der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz: Ein Land voller Energie“ interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Samstag, den 12. September, zur Westerwald Energy Tour eingeladen. Die Aktion hat das Regionalbüro Westerwald in Zusammenarbeit mit dem Westerwald Touristik-Service organisiert. Die geführte Pedelec-Tour steuerte auf einer Strecke von rund 30 km verschiedene Etappenziele an, an denen sich die Teilnehmenden vor Ort über die Nutzung von erneuerbaren Energien informieren konnten. Bärbel Abresch von der Hachenburger Tourist-Information hatte für alle Teilnehmenden ein Versorgungspaket geschnürt und mit auf den Weg gegeben.

 

Start und Ziel der Tour war die Zisterzienserabtei in Marienstatt. Abt em. Thomas Denter und Hausmeister Walter Müller berichteten über die Nutzung der Wasserkraft in der Abtei, die der Zisterzienserorden schon seit vielen Jahrhunderten betreibe. Der Alt-Abt betreut das Wasserkraftwerk schon seit vielen Jahren und kümmert sich regelmäßig um die richtige Einstellung der Technik. Das Wasserkraftwerk versorgt sämtliche Gebäude auf dem Abteigelände mit Wärme – auch das angegliederte Gymnasium.
Die Nahwärmeheizzentrale der Verbandsgemeindewerke Hachenburg war das nächste Etappenziel. Herzstück der Anlage ist ein mit Holzhackschnitzeln betriebener Heizkessel mit einer Nennleistung von 1.100 kW. Insgesamt gehören acht Gebäude dem Nahwärmenetz an, darunter das Hachenburger Schloss, das Löwenbad und das DRK-Krankenhaus. Marco Dörner, Florian Schubert und Markus Boll von den Verbandsgemeindewerken führten die 35 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tour durch die Heizzentrale, erläuterten die Technik und verdeutlichten die Wertschöpfungspotenziale für Gemeinden und Städte bei der Nutzung der Nahwärme vor Ort.

Bei der Alpenroder Hütte legte die Gruppe einen mittäglichen Zwischenstopp ein. Hier – in Sichtweite der Windenergieanlagen auf dem Gräbersberg – überraschte die Tourist-Information Hachenburg die Radfahrergruppe mit einem Windbeutel für jeden Radfahrer. Am Windrad „Alvine“ der Alternative Energie Kroppacher Schweiz GmbH klärte Karl-Heinz Groß über die Energiegewinnung mittels der Kraft des Windes auf. Auch kritische Nachfragen wurden hier kontrovers diskutiert und die Gäste konnten sich vor Ort einen eigenen Eindruck vom Für und Wider der Windenergie verschaffen. Kein Zweifel herrschte aber darüber, dass der nachhaltige Ausbau der Windkraft von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der Energiewende und des Klimaschutzes sei.

Wer den Berg rauf fährt, der fährt ihn zumeist auch wieder runter. Das letzte Erneuerbare-Energien-Projekt auf der Tour war der neu entstandene Solarpark bei Hachenburg. Arthur Kößele von der Energieversorgung Mittelrhein (evm) AG erklärte, der Solarpark werde mit einer Leistung von 8,25 Megawatt rund 2.200 Haushalte mit Strom versorgen können. „Gemeinsam mit den anderen Projekten in der Verbandsgemeinde leiste Hachenburg damit einen immensen Beitrag zum Klimaschutz“, so Kößele weiter. Für den Betrieb der Anlage wurde mit der HSP Hachenburger Solar-Park GmbH eine eigene Gesellschaft gegründet.

  • Fotos: Energieagentur Rheinland-Pfalz/Jürgen Schulzki

Nach etwa fünf Stunden kehrte die Pedelec fahrende Gemeinschaft wieder zur Abtei zurück, wo sie noch Zeit für einen Austausch und gemütlichen Abschluss im Biergarten des Brauhauses fand. Einer der Teilnehmer berichtete, er fahre privat sehr viel Fahrrad, darunter ambitionierte Aktionen wie Alpenüberquerungen etc., allerdings habe er sich für den Weg zur Arbeit, der ihn raus aus dem Daadetal führe, ein Pedelec angeschafft, damit er die Strecke ganz entspannt bewältigen könne und ohne Mühen am Arbeitsplatz ankomme. Eine andere Teilnehmerin teilte ebenfalls begeistert mit, sie wolle sich nun ein Pedelec anschaffen. Fazit der Veranstaltung ist, dass in der Verbandsgemeinde bereits viel im Bereich der regenerativen Energien – Strom und Wärme – umgesetzt wird und ein Pedelec es ermöglicht, die Höhen und Tiefen des Westerwalds bequem zu bezwingen.

Wenn Sie Interesse haben, selbst ein Pedelec zu testen, schauen Sie doch bei den Verleihstationen des Westerwald Touristik-Services vorbei!