Anlagentechnik

Rund 70 Prozent der installierten Heizkessel in Rheinland-Pfalz gelten als ineffizient und belasten die Umwelt in besonderem Maße. Ein entscheidender Wert, entfallen doch rund drei Viertel der monatlichen Energiekosten auf die Heizkosten. Es lohnt sich also, in eine moderne, energieeffiziente Heizung zu investieren, um langfristig zu sparen.

Neben dem optimalen Wärmeschutz des Hauses ist vor allem die Technik der Heizung für den Energieverbrauch verantwortlich. Bei der Modernisierung oder beim Austausch der Heizung in Verbindung mit einem verbesserten Wärmeschutz besteht die Chance, den Energieverbrauch drastisch zu senken – so können Einsparungen bis zu 80 Prozent erzielt werden. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien kann zusätzlich ein hohes Einsparpotential an CO2 erreicht werden.

Möglichkeiten für den Einsatz Erneuerbarer Energien

Holz bindet beim Wachstum genau so viel CO2 aus der Atmosphäre wie es beim Verbrennen wieder freisetzt. Deshalb kann das Heizen mit Holz als fast CO2-neutral angesehen werden.

Zur Trinkwassererwärmung ist es sinnvoll, thermische Solaranlagen einzusetzen. Oft decken diese sowohl im Sommer als auch in der Übergangszeit den gesamten Wärmebedarf. Aufs Jahr bezogen bedeutet das eine Deckung des Energiebedarfs für die Wassererwärmung von etwa 60 bis 75 Prozent. Noch größere Einsparungen liefert eine Solaranlage mit Heizungsunterstützung.

Mit Hilfe von Wärmepumpen ist es möglich, Erdwärme umweltfreundlich zu nutzen. Sie funktionieren am besten mit Fußboden- und großflächigen Wandheizungen, die niedrigere Vorlauftemperaturen benötigen als herkömmliche Heizkörper. Wärmepumpen sind jedoch nur sinnvoll bei bereits energetisch sanierten Gebäuden.

Eine Photovoltaikanlage bietet eine weitere Art der nachhaltigen Nutzung von Sonnenenergie. Sie verwandelt das natürliche Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom.

Heizenergiecheck

Wie hoch ist der Heizenergieverbrauch eines Wohngebäudes? Liegt der Energieverbrauch im unteren Bereich oder wird zu viel Energie verbraucht, so dass weitere Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs empfehlenswert sind?
Eine erste Einschätzung dazu liefert der Heizenergie-Check.

Hydraulischer Abgleich

Durch die Optimierung von Heizungsanlagen können enorme Einsparpotentiale erreicht werden. Nur bei einer optimalen Abstimmung der einzelnen Komponenten des Heizsystems kann das Energiepotenzial des eingesetzten Energieträgers optimal ausgeschöpft und die Heizanlage effizient betrieben werden. Ein unnötiger Energieverbrauch wird somit vermieden. Bei der Durchführung eines hydraulischen Abgleiches wird eine ungleichmäßige Versorgung der Heizkörper mit Warmwasser in den einzelnen Räumen behoben und eine ungleichmäßige Erwärmung der Heizkörper wird verhindert.

Bei einer hydraulisch abgeglichenen Anlage gibt es keine Fließgeräusche in den Heizkörpern oder Thermostat-Ventilen. Durch richtige Dimensionierung bzw. Einstellung der Heizungspumpe verringert sich zudem der Strombedarf.

Obwohl der hydraulische Abgleich Bestandteil der VOB Teil C, DIN 18380 und EnEV ist, wird er in der Praxis oft nicht durchgeführt. Dabei ist er Voraussetzung für die Gewährung von Fördermitteln. Um einen hydraulischen Abgleich korrekt durchzuführen bedarf es fachspezifischer Kenntnisse im Hinblick auf die verschiedenen Heizsysteme, deren Einzelkomponenten und ihres komplexes Zusammenwirkens.

Um den Anforderungen des Klimaschutzkonzeptes Rheinland-Pfalz gerecht zu werden, aber auch um die Bedeutung und Grundlagen des Hydraulischen Abgleichs zu vermitteln, bietet die Energieagentur Rheinland-Pfalz gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern, dem Fachverband Sanitär Heizung und Klima Pfalz und Rheinland-Rheinhessen, Weiterbildungsveranstaltungen zum Thema an. Jakob Köllisch, Fachgruppenleiter Installateur und Heizungsbauer des Fachverbandes Sanitär Heizung Klima Pfalz, vermittelt notwendige theoretische und praktische Grundlagen, um hydraulische Abgleiche an neuen Anlagen durchzuführen oder auch bei bereits bestehenden Anlagen Abgleiche zu überprüfen und ggf. Neueinstellungen vorzunehmen. Eine Übersicht über die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie über die Anforderungen der KfW rundet das Informationsangebot ab.

Termine von entsprechenden Veranstaltungen enthält der Veranstaltungskalender der Energieagentur.